dpa

Kurzer Wahlkampf in Australien

11.4.2019 9:17 Uhr

Nur einen knappen Monat Wahlkampf? Zumindest in Australien, wo der konservative Premier Scott Morrison den Wahltermin für ein neues Parlament bekannt gab.

Damit bleibt den Parteien in dem 25-Millionen-Einwohner-Land auf der anderen Seite der Erdkugel für den Wahlkampf nur etwas mehr als ein Monat Zeit. In den Umfragen liegt die sozialdemokratische Labor-Opposition von Oppositionsführer Bill Shorten vorn.

Morrison ist erst seit Sommer vergangenen Jahres Parteichef von Australiens Liberalen und Premierminister. Der 50-Jährige führt nach der Niederlage bei einer Nachwahl zusammen mit der Nationalen Partei nur noch eine Minderheitsregierung. In einer Fernsehansprache stellte er Australiens gute Wirtschaftslage heraus. "Wir leben im besten Land der Welt", sagte Morrison. "Aber um die Zukunft zu sichern, brauchen wir eine starke Wirtschaft."

Wahlpflicht in Australien

Insgesamt sind Mitte Mai etwa 16 Millionen Australier aufgerufen, über die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses zu entscheiden. Die untere Kammer des Parlaments wird künftig 151 Abgeordnete haben, einen mehr als bisher. Zudem ist die Hälfte der 38 Sitze im Senats neu zu vergeben, dem Oberhaus. In Australien herrscht Wahlpflicht. Wer nicht wählen geht, kann mit einer Geldstrafe belegt werden. Staatsoberhaupt ist Queen Elizabeth II..

Morrison war erst im August nach einem internen Machtkampf bei den Liberalen an die Spitze der Regierung gekommen. Der vorige Premierminister Malcom Turnbull wurde von seiner eigenen Partei gestürzt. Shorten ist seit 2013 Parteichef von Labor. Der 51-Jährige betonte ebenfalls die Bedeutung eine guten wirtschaftlichen Entwicklung. Dies müsse aber auch "den arbeitenden Leuten und den Leuten in der Mittelklasse" zugutekommen.

Umfragen sehen Opposition vorne

Die beiden jüngsten Umfragen sehen die Opposition mit 53 zu 47 Prozent beziehungsweise 52 zu 48 Prozent vorn. Als wichtigste Themen neben der Wirtschaft gelten Einwanderung und Klimawandel. Australien kann schon auf mehr als ein Vierteljahrhundert ohne Rezession zurückblicken - so lange wie aktuell kein anderes Land der Welt.

(be/dpa)