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Kurzarbeitergeld für 2,7 Millionen Menschen in der Türkei beantragt

19.4.2020 8:45 Uhr

Rund 232.000 türkische Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus betroffen sind, haben zwischen dem 30. März und dem 16. April bei der Regierung Anträge auf Bezahlung von Kurzarbeitergeld für 2,7 Millionen Beschäftigte gestellt. Das jedenfalls teilte die Ministerin für Arbeit, Soziales und Familien der Türkei, Zehra Zümrüt Selcuk mit. Doch nicht jeder dieser Anträge ging durch.

"Die Anzahl der Anträge von den Unternehmen, die derzeit bereits angenommen worden sind, beträgt 1,18 Millionen. Damit liegt die Akzeptanzquote bei rund 44 Prozent. Der Bewertungsprozess wird fortgesetzt. Wir werden ihn sicherlich bald abschließen", sagte die Ministerin im TV. Mehr als die Hälfte der antragstellenden Unternehmen habe weniger als vier Beschäftigte. Der Anteil der Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten liege bei rund 79 Prozent.

Kurzarbeitergeld als Direkt-Überweisung aufs Konto

Wenn die türkische Arbeitsagentur (ISKUR) die Anträge von Unternehmen genehmigt, die aufgrund der Pandemie den Betrieb eingestellt oder verringert haben, werden 60 Prozent der monatlichen Bruttogehälter ihrer Mitarbeiter drei Monate lang von der Arbeitslosenversicherung ausgezahlt. Das Kurzarbeitergeld wird von der Regierung als Direkt-Überweisungen - im Bereich von 1752 türkischen Lira (rund 232 Euro USD) bis 4381 Lira (rund 580 Euro) - auf die Bankkonten der Mitarbeiter durchgeführt. Um für das Kurzarbeitsgeld-Programm in Frage zu kommen, muss ein Mitarbeiter mindestens 60 Tage in diesem Unternehmen gearbeitet und in den letzten drei Jahren 450 Tage an Prämien für die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

Unabhängig davon genehmigte das türkische Parlament diese Woche einen Gesetzentwurf zum Verbot von Entlassungen für drei Monate und zur Gewährung von Arbeitslosengeld in Höhe von 1.100 Lira (145,70 Euro) für Arbeitnehmer, die gezwungen sind, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

(ce)

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