afp

Kurssturz an der Wall Street - Handel unterbrochen

9.3.2020 17:28 Uhr

Panikartige Stimmung unter den Anlegern ist am Montag von den übrigen Weltbörsen an die New Yorker Wall Street übergeschwappt. Neben der Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie belastete ein Ölpreiseinbruch nach dem Scheitern von Verhandlungen führender Ölstaaten über eine Drosselung der Fördermenge. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial brach zum Handelsstart um 7,2 Prozent auf 24 016,07 Punkte ein.

Damit hat sich der schon vor einigen Tagen begonnene Ausverkauf an den Börsen beschleunigt. Der Deutsche Aktienindex Dax sackte gleich zum Handelsstart deutlich unter die Marke von 11 000 Punkten. Am frühen Nachmittag lag der deutsche Leitindex 7,5 Prozent im Minus bei 10 670 Punkten. Die gesamten Gewinne aus dem vergangenen Jahr sind damit weg.

Zu den Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie kommt die Furcht vor einem Ölpreiskrieg. Der Preis für Rohöl brach um 30 Prozent ein. Händler sprachen angesichts des Crashs von einem "schwarzen Montag".

Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, sackte um 8,3 Prozent ab. Zuvor waren die Börsen in Asien eingebrochen. An der Leitbörse in Tokio sackte der Nikkei der er um mehr als 1000 Punkte unter die Marke von 20 000 Punkten auf den tiefsten Stand seit 14 Monaten. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer einen Abschlag von 1050,99 Punkten oder 5,07 Prozent beim Stand von 19 698,76 Zählern.

Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem "regelrechten Blutbad. Zum Kampf gegen Corona kommt jetzt noch der Ölkrieg dazu", sagte er. "Anleger fliehen aus allem, was Risiko hat." Die Kurse von Bundesanleihen stiegen dagegen deutlich, und auch der Euro legte zu, denn auch er gilt als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten.

(gi/afp/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.