epa/Daniel Kasap

Kroatischer Präsident telefoniert mit Erdogan

7.1.2020 22:04 Uhr

Zoran Milanovic, der zukünftige kroatische Präsident, hat nach eigenen Angaben eine halbe Stunde mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan telefoniert. Dieser habe ihn am Montagabend, am Tag nach seinem Wahlsieg, angerufen, sagte der Sozialdemokrat am Dienstag vor Journalisten. Angaben zum Inhalt des Telefongesprächs machte er keine.

Unter Erdogan hat die Türkei wieder starkes Interesse für Südosteuropa gezeigt. Ankara pflegt ausgezeichnete Beziehungen zu regierenden Politikern islamischen Glaubens, vor allem in Bosnien-Herzegowina. Aber auch der serbische Präsident Aleksandar Vucic, dessen Land überwiegend christlich-orthodox ist, trifft sich gerne mit Erdogan.

Milanovic legt am 18. Februar Amtseid ab

Das überwiegend katholische EU-Land Kroatien hatte Erdogan 2016 mit einer großen Wirtschaftsdelegation besucht. Vom späten Mittelalter bis zum beginnenden 20. Jahrhundert waren weite Gebiete des Balkans Teil des Osmanischen Reichs. Die Territorien, die das heutige Kroatien bilden, waren nicht darunter.

Milanovic war am vergangenen Sonntag zum Präsidenten gewählt worden. In der Stichwahl hatte er sich gegen die konservative Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarovic durchgesetzt. Er steht für eine pro-europäische Politik und wünscht sich vor allem gute Beziehungen zu Deutschland.

Wie am Dienstag weiter bekannt wurde, soll der neue Präsident am 18. Februar den Amtseid ablegen.

(an/dpa)

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