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Kroatien schlägt Norwegen und zieht ins Finale ein

24.1.2020 23:52 Uhr

Kroatien steht zum dritten Mal nach 2008 und 2010 im Finale der Handball-Europameisterschaft. Altmeister Domagoj Duvnjak ging nach dem späten Happy End zu Boden wie ein angeschlagener Boxer. "Ich bin einfach nur auf das Parkett gefallen und habe Gott gedankt", sagte Kroatiens Kapitän nach dem 29:28 (26:26, 23:23, 12:10) nach zweimaliger Verlängerung im Halbfinale der Handball-EM gegen Gold-Favorit Norwegen um seinen künftigen Kieler Vereinskollegen Sander Sagosen.

"Das war das schwerste Spiel meines Lebens. Ich habe keine Kraft mehr und bin einfach nur glücklich, heute mit einer Medaille zu schlafen", sagte Duvnjak am Freitag nach dem packenden Match in Stockholm.

Mit acht Toren führte der 31 Jahre alte Rückraumspieler vom deutschen Rekordmeister die Kroaten zum dritten Mal ins Endspiel und lässt den EM-Zweiten von 2008 und 2010 vom ersten kontinentalen Titel träumen. "Das war heldenhaft", lobte Kroatiens Teammanager Igor Vori den Auftritt im Handball-Krimi vor 16 573 Zuschauern.

WM-Traum geplatzt

Für die Norweger um den besten Turnierschützen Sagosen, der sogar zehnmal traf, platzte dagegen nach jeweils zweiten Plätzen bei der WM 2017 und 2019 der Traum vom ersten Gold. "Es tut mir ziemlich leid für die Jungs, die das ganze Spiel über gekämpft haben", sagte Trainer Christian Berge. Die Zeitung "Verdens Gang" titelte nach den 80 hochspannenden Minuten in ihrer Online-Ausgabe: "Norwegen verliert wahnwitziges EM-Drama."

Die erste Halbzeit gehörte den Kroaten, deren Finalgegner im Anschluss zwischen Titelverteidiger Spanien und Slowenien ermittelt wurde. Das lag vor allem daran, dass sie Sagosen nach dessen starkem Beginn mit vier der ersten sechs Tore für Norwegen besser in den Griff bekamen. Zudem wirkte Kroatien mannschaftlich geschlossener und kam vor allem über Kreisläufer Marino Maric (6 Tore) vom Bundesligisten MT Melsungen immer wieder zum Abschluss.

Offener Schlagabtausch

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die künftigen Vereinskollegen Duvnjak und Sagosen die Protagonisten waren. Der norwegische Rückraumspieler, der im Sommer von Paris Saint-Germain zum THW Kiel wechselt, war nun kaum noch zu stoppen.

Doch Duvnjak hielt immer wieder dagegen und rettete sein Team mit einem in letzter Sekunde verwandelten Siebenmeter in die zweite Extra-Time, in der Zeljko Musa vom SC Magdeburg wenige Sekunden vor Schluss den umjubelten Siegtreffer erzielte. "Das war mein erster Wurf aufs Tor im gesamten Turnier und ein sehr emotionaler Moment für mich", sagte der bullige Kreisläufer.

(be/dpa)

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