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Kritik an Video zurückgewiesen

6.6.2019 22:50 Uhr

Das Video von Bundesagrarministerin Julia Klöckner mit einem Manager von Nestle steht in der Kritik. Nun hat das Ministerium die Aktion erneut verteidigt - aber man setze auch intern damit auseinander. "Ja, man tauscht sich darüber aus", sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin auf die Frage, ob es im Haus eine Debatte um das Video gebe.

Zur Umsetzung der Strategie für weniger Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln gehöre aber auch, «mit allen Beteiligten zu sprechen», auch mit Unternehmen. Wenn diese sich verpflichteten, ihre Produkte zu ändern, sei das ein Erfolg - und darum sei es gegangen.

In dem Video würdigt Klöckner Nestlé dafür, Rezepturen zu ändern. Sie steht dabei mit Nestlés Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch vor der Kamera. Nach der Veröffentlichung am Montag hatte sich ein Shitstorm über die CDU-Politikerin Klöckner ergossen, auch Bundespolitiker beteiligten sich an der Kritik. Klöckner wurde vorgeworfen, für Nestlé zu werben und sich von der Industrie vereinnahmen zu lassen.

Die Ministerin verteidigte ihr Vorgehen und bezeichnete auf Twitter Kritiker als "Hatespeaker". Dies habe sich nicht etwa auf Journalisten bezogen, erklärte die Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage, sondern sei an diejenigen gerichtet, die die Ministerin online als "Konzernhure" bezeichnet hätten.

Die Medienanstalt Berlin Brandenburg hatte angekündigt, den Fall zu prüfen. Man nehme Kontakt mit dem Ministerium auf, sagte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass Vertreter der Bundesregierung sich immer wieder mit Vertretern von Unternehmen treffen und gemeinsam äußern - "auch in der analogen, nicht-digitalen Welt", sagte er. "Darin ist nicht Werbung zu sehen."

(an/dpa)