epa/Bernd Kammerer

Kritik an Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Draghi

27.1.2020 16:17 Uhr

An der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den früheren Präsidenten der EZB, Mario Draghi, hat die CSU scharfe Kritik geübt. "Warum Herr Draghi das Bundesverdienstkreuz bekommen soll, ist ein Rätsel. Was ist der Verdienst von Herrn Draghi für unser Land?", sagte Generalsekretär Markus Blume der "Bild am Sonntag".

Draghi habe sich zwar zweifelsohne um Europa und die Stabilisierung der Eurozone verdient gemacht, aber der Preis, den die deutschen Sparer dafür zu zahlen hätten, sei groß. "Man muss sich vor Augen führen, dass nun ausgerechnet der Mann ausgezeichnet werden soll, der mit seiner Zinspolitik seit Jahren für eine Art schleichender Enteignung all jener steht, die vorausschauend zurückgelegt, gespart und für das Alter investiert haben! Wir haben Zweifel, ob die Auszeichnung von Herrn Draghi das richtige Signal an die deutschen Sparer ist."

Verleihung für den 31. Januar geplant

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will Draghi den Orden am 31. Januar im Schloss Bellevue in Berlin überreichen. Den Verdienstorden verleiht Deutschland an in- und ausländische Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale oder auch geistige Leistungen. Der Italiener Draghi war acht Jahre lang EZB-Chef in Frankfurt/Main.

(an/dpa)

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