Symbolbild: imago images/ZUMA Press

Kritik an neuen britischen Einwanderungsregeln

19.2.2020 11:41 Uhr

In Zukunft setzt Großbritannien stärker auf Fachkräfte aus dem Ausland und senkt dafür die Zahl gering qualifizierter Einwanderer. Das neue punkteorientierte Immigrationssystem nach australischem Vorbild soll am 1. Januar 2021 starten, wie die Innenministerin Priti Patel am Mittwoch in London mitteilte. Die Pläne stießen auf scharfe Kritik der Opposition und von Unternehmensverbänden.

Nur wer genug Punkte etwa aufgrund spezieller Fähigkeiten und Qualifikationen sammle, bekomme ein Visum für Großbritannien. «Heute ist ein historischer Moment für das ganze Land», sagte Patel bei der Vorstellung. Ziel sei es, die Einwanderungszahlen zu verringern.

Gleichstellung von EU-Ausländern und Nicht-EU-Ausländern

Das neue System, von dem große Teile schon zuvor bekannt waren, soll EU-Ausländer und Nicht-EU-Ausländer gleichstellen. Die höchste Priorität haben für die Regierung Arbeitskräfte mit den größten Fähigkeiten und Talenten, darunter Wissenschaftler und Ingenieure.

Nach Ansicht der oppositionellen Labour-Partei dürfte es wegen der «feindseligen Umgebung» künftig schwer werden, Arbeitskräfte zu bekommen. Der britische Industrieverband CBI begrüßte einige Regeln, wies aber auf negative Folgen unter anderem für Bauunternehmen, Krankenhäuser und die Lebensmittelbranche hin. Die Gewerkschaft Unison warnte vor einem «Desaster» im Pflegebereich. Vor allem in britischen Kliniken sind schon jetzt viele Stellen nicht besetzt.

Im Vereinigten Königreich leben etwa 3,2 Millionen EU-Bürger. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, da es im Land kein Meldesystem gibt.

(an/dpa)

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