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Kritik an Mindestlohn für Azubis

14.5.2019 15:48 Uhr

Die geplante Mindestvergütung für Auszubildende wird vom Wirtschaftsflügel der CDU scharf kritisiert. "Ich halte das nicht für sinnvoll und zielführend", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, der Deutschen Presse-Agentur. Eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat würde Betriebe belasten, vor allem im Osten.

"Das kann dazu führen, dass Unternehmen weniger ausbilden." Außerdem sei der Staat nicht dazu da, die Rolle der Tarifpartner zu übernehmen.

Auszubildende sollen vom kommenden Jahr an mindestens 515 Euro im Monat verdienen - eine entsprechende Reform des Berufsbildungsgesetzes will das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschließen. Damit soll erstmals in Deutschland eine gesetzliche Untergrenze für die Vergütung von Azubis festgeschrieben werden - analog zum gesetzlichen Mindestlohn.

Alle Ausgaben auf den Prüfstand

Pfeiffer sagte, zwar stehe die Mindestvergütung für Auszubildende im Koalitionsvertrag. Angesichts der schwächeren Konjunktur aber müssten alle Ausgaben auf den Prüfstand, welche die Wirtschaft belasten könnten. Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte bereits ein Moratorium gefordert.

"Auf der einen Seite wollen wir die Leistung, die die jungen Menschen in den Betrieben erbringen, wertschätzen und anerkennen", hatte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Montag in Berlin gesagt. Auf der anderen Seite wolle man "weiter die hohe Dynamik in den Betrieben erhalten, gute und hochwertige Ausbildung anzubieten". Für die Betriebe müsse die Mindestvergütung wirtschaftlich tragbar sein, mahnte Karliczek. Dort, wo der Einstieg in den Mindestlohn nicht so schnell gewährleistet werden könne, wolle man den Betrieben gemeinsam mit den Sozialpartnern einen längerfristigen Einstieg ermöglichen.

(an/dpa)