Symbolbild: epa/Watan Yar

Kritik an hoher Teilnehmerzahl bei Friedensgesprächen

17.4.2019 11:08 Uhr

Die hohe Anzahl an Delegierten, die aus Kabul für ein Treffen über die Zukunft Afghanistans in das Golfemirat Katar gereist sind, wurden nun von den Taliban kritisiert. Die Regierung in Kabul hatte am Dienstag eine Liste von 250 Personen veröffentlicht, die zu Gesprächen über Frieden mit Vertretern der Taliban nach Doha reisen sollen.

In einer Taliban-Erklärung hieß es am Dienstag spöttisch, das Treffen sei eine Konferenz, die von einem Golfstaat organisiert werde, und keine Hochzeitsfeier in Kabul.

Zu Hochzeiten in Afghanistan werden üblicherweise Hunderte, wenn nicht gar mehr als Tausend Gäste eingeladen. Die Gäste können zudem so viele Freunde mitbringen, wie sie möchten.

Präsident Ghani sei "Marionette des Westens"

In Afghanistan war in den vergangenen Wochen intensiv darum gerungen worden, wer zu den Gesprächen nach Doha fahren sollte. Die Liste wurde immer länger - vorgesehen sind nun Vertreter von Parteien, hochrangige Politiker, ehemalige Dschihad-Führer, Kleriker, Parlamentarier, Vertreter der Zivilgesellschaft, Frauen, Journalisten und Regierungsvertreter.

Die Taliban hatten sich bisher geweigert, mit der Regierung von Präsident Aschraf Ghani zu sprechen, die sie als "Marionette" des Westens betrachten. In der vergangenen Woche akzeptierten die Taliban die Teilnahme von Regierungsvertretern an einem innerafghanischen Treffen schließlich indirekt. Sie würden als Privatpersonen betrachtet, hieß es in einer Taliban-Erklärung.

(an/dpa)