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Kritik an der AfD aus den eigenen Reihen

17.1.2019 10:37 Uhr

Mit der Einstufung zum Prüffall - und beim rechtsnationalen Flügel sogar Verdachtsfall - verspüren gemäßigte AfDler das Bedürfnis, sich zu distanzieren und Kritik zu üben. Und das nicht nur am rechten Flügel, sondern auch und vor allem an der "Jungen Alternative" (JA).

"Ich hoffe nun sehr, dass im "Flügel" und der JA ein Selbstreinigungsprozess in Gang kommt und es gelingt, alles nicht verfassungskonforme Gedankengut aus den Verlautbarungen zu entfernen", sagte der Bundestagsabgeordnete Uwe Witt der Zeitung "Die Welt" (Freitag). Witt ist einer der Sprecher der "Alternativen Mitte", die sich als Strömung der Gemäßigten in der AfD versteht. Seiner Ansicht nach müssen der rechte Flügel und die Jugendorganisation JA sich "von bestimmten Leuten trennen".

Alternative Mitte sieht "Flügel" und "JA" als existenzbedrohende Gefahr für die AfD

Nach Meinung von Jens Wilharm, niedersächsischer Sprecher der Alternativen Mitte, sind der "Flügel" und die JA "zu einer existenzbedrohenden Gefahr für die Gesamtpartei geworden". Er habe "wenig Hoffnung, dass die Spitzengremien unserer Partei willens oder in der Lage sind, sich vom "Flügel" und der JA zu trennen", zitiert ihn die "Welt".

Der Verfassungsschutz hatte die AfD am Dienstag als Ganzes zum Prüffall erklärt und nimmt sie damit stärker unter die Lupe. Noch genauer hinschauen will der Inlandsgeheimdienst beim rechtsnationalen "Flügel" und der Jungen Alternative: Diese wurden zum Verdachtsfall erklärt.

Der stellvertretende JA-Vorsitzende Nicolai Boudaghi sagte der "Welt", er werde "mit einer hohen Zahl weiterer Mitglieder" in den nächsten Tagen seinen Austritt aus der Jugendorganisation erklären. "Die Jugendorganisation ist brandgefährlich für die AfD." Es gebe "zu viele Personen in der JA, die die Grenze dessen überschreiten, was demokratisch ist".

(be/dpa)