epa/Will Oliver

Kritik an Boris Johnsons Corona-Krisenmanagment

1.4.2020 9:52 Uhr

Wegen erheblicher Mängel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gerät der britische Premierminister Boris Johnson immer stärker unter Druck. Nach Angaben der Ärztegewerkschaft British Medical Association fehlt es in Kliniken und bei Hausärzten an Ausrüstungen wie Masken und Einmal-Handschuhen. Krankenschwestern hatten berichtet, dass sie ohne Schutz Patienten versorgen mussten.

Wie die Ärzteorganisation Royal College of Physicians mitteilte, ist jeder vierte Mediziner des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) inzwischen "krank oder in Isolation". Besonders schlimm sollen die Zustände in London und Birmingham sein.

Über 1.400 Todesfälle in Großbritannien

In Großbritannien sind bereits mehr als 1.400 Menschen an den Folgen der Covid-19-Lungenkrankheit gestorben, darunter auch Ärzte. Die Regierung steht auch unter starkem Druck, weil sie nach Ansicht vieler Kritiker zu spät und zu lasch auf den Ausbruch reagiert habe. Ein großes Problem in Großbritannien ist zudem, dass viel zu wenig Beatmungsgeräte bereitstehen. Der NHS ist chronisch unterfinanziert.

Auch Johnson und weitere Berater und Politiker aus seinem Umfeld haben sich mit dem Corona-Virus angesteckt. Der Regierungschef soll nur milde Symptome haben und arbeitet weiter in Isolation.

(an/dpa)

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