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Kritik an Berliner SPD wegen Werbeverbot für Bundeswehr

2.4.2019 22:48 Uhr

Der Berliner Landesverband der SPD hat ein Werbeverbot für die Bundeswehr an der Schule beschlossen. Davon distanziert sich nun die Vorsitzende der SPD, Andrea Nahles. "Aus unserer Sicht können wir sehr froh sein, dass wir in Deutschland eine Parlamentsarmee haben. Das heißt auch, dass Soldatinnen und Soldaten an den Schulen willkommen sind", sagte sie am Dienstag vor einer Fraktionssitzung im Bundestag.

Der Beschluss sei eine Einzelstimme in der Partei. "Die große Mehrheit der SPD sieht das völlig anders", sagte Nahles. Die Bundeswehr müsse im demokratischen Gemeinwesen verankert sein.

Lebens- und Wertvorstellungen bei Jugendlichen unterentwickelt

Die Berliner SPD hatte auf einem Landesparteitag am Samstag einen Antrag für ein Werbeverbot der Bundeswehr an Schulen beschlossen. "Es wird militärischen Organisationen untersagt, an Berliner Schulen für den Dienst und die Arbeit im militärischen Bereich zu werben", hieß es in dem Text. Der Antrag zielt darauf ab, dass diese Formulierung im Schulgesetz für das Land Berlin ergänzt wird. Minderjährige seien in einem Alter, in welchem sich zentrale Lebens- und Wertvorstellungen erst noch entwickeln müssten. Dafür erntete die Partei viel Kritik, auch aus der SPD.

(an/dpa)