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Krise in Venezuela: USA verhängen weitere Sanktionen

1.3.2019 20:24 Uhr

Gegen sechs Vertreter des venezolanischen Militärs haben die Vereinigten Staaten Sanktionen verhängt. Das Finanzministerium in Washington begründete die Maßnahme damit, dass die sechs hochrangigen Sicherheitsverantwortlichen am vergangenen Samstag die Lieferung von Hilfsgütern nach Venezuela verhindert hätten.

Zu den Betroffenen gehören der Befehlshaber der Nationalgarde, Generalmajor Richard Jesús López Vargas, sowie Jesús María Mantilla Oliveros, Kommandeur einer Einheit, die Staatschef Nicolás Maduro damit betraute, die Sicherheit an der Grenze zu Brasilien zu verstärken.

Zu den übrigen gehören die Sicherheitschefs der Bundesstaaten Bolívar und Táchira. Bolívar grenzt an Brasilien, Táchira an Kolumbien. Vermögen der sechs in den USA und Finanzgeschäfte mit ihnen werden eingefroren.

"Brosamen" aus Washington

Die venezolanische Armee hatte die Grenzübergänge blockiert, um die Lieferung von bereitstehenden Hilfsgütern zu verhindern. Maduro begründete dies damit, dass die Hilfslieferungen als Einfallstor für einen Militäreinsatz der USA dienen sollten. Er verwies darauf, dass Venezuelas Ölsektor durch US-Sanktionen ein Schaden von 30 Milliarden Dollar entstanden sei. Nun biete Washington seinem Land "Brosamen" an.

In Venezuela herrscht seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und dem selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó. Die USA hatten den oppositionellen Parlamentsvorsitzenden im Januar als eines der ersten Länder als Interimsstaatschef anerkannt und unterstützen ihn nach Kräften.

Guaidó traf am Freitag von Brasilien kommend in Paraguay ein. Einen Tag nach seinem Treffen mit dem rechtsradikalen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro in Brasília wollte er dort unter anderem bei Staatschef Mario Abdo um Unterstützung werben. In der Hauptstadt Asunción wurde er mit militärischen Ehren empfangen, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Guaido will zurück nach Venezuela

Am Donnerstag hatte Guaidó seinen Willen zu einer baldigen Rückkehr in sein Heimatland bekundet. Er werde "trotz der Drohungen" gegen ihn und seine Familie "spätestens am Montag" nach Caracas reisen, sagte er. Die Ankündigung der Regierung, ihn festnehmen zu lassen, werde ihn davon nicht abhalten.

Guaidó war in der vergangenen Woche trotz eines Verbots ins benachbarte Kolumbien ausgereist. Am Montag nahm er an einem Treffen der Lima-Gruppe in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá teil. Maduro hatte angekündigt, dass sich Guaidó wegen der unerlaubten Ausreise in Venezuela vor Gericht verantworten müsse. Der Oppositionsführer will den linksnationalistische Staatschef aus dem Amt drängen und Neuwahlen organisieren.

(an/dpa)