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Kriminologin: Mobbing spielt bei Amoktätern selten eine Rolle

6.3.2019 10:57 Uhr

Die Kriminologin Britta Bannenberg hat die Motive von 19 Amokläufern analysiert. Ihr Schluss: Mobbing hat mit den Motiven selten zu tun.

Die Wissenschaftlerin analysierte nach der Gewalttat von Winnenden, die sich am 11. März zum 10. Mal jährt, die Motive von 19 Tätern. "Sie fühlten sich vielleicht gemobbt, das hat aber nichts mit der Realität zu tun", ergab ihre Untersuchung. Im Gegenteil, es gebe häufig keine rationalen Motive. "Die Täter sind schwer psychisch gestört."

Amokläufe sind laut Bannenberg keine impulsiven Handlungen, sondern werden mit monatelangem Vorlauf geplant. Die Täter befassten sich "mit Tod, Töten, Terror. Das fällt dem Umfeld auf." Eltern, Mitschüler oder Lehrer komme bei der Verhinderung potenzieller Amoktaten daher eine entscheidende Rolle zu.

Hinter den 20 Taten, die sich seit 1992 in Deutschland ereigneten, steckten vor allem männliche Einzeltäter. Nur zwei Mädchen finden sich in Bannenbergs Auflistung.

(be/dpa)