imago images / Sven Simon

Krieg der Kommentare auf “DAZN” Facebookaccount

16.1.2020 9:45 Uhr

"DAZN" sieht sich aktuell einem Shitstorm auf seinem Account bei Facebook ausgesetzt. In der Kommentierung des Spiels zwischen AS Rom und Juventus Turin gab es eine Aussage, von der sich türkisch-stämmige Zuschauer gravierend provoziert gefühlt haben. Es ging darum, dass in beiden Teams der Serie A in Italien je ein türkischer Nationalspieler steht – Cengiz Ünder bei der Roma und Merih Demiral bei Juve – und diese Spieler salutiert hatten. Im Zuge der Meinungs- und Pressefreiheit hieß der Kommentator das Salutieren nicht gut und daraufhin brach auf dem Facebook-Account von "DAZN" die Hölle los.

Anlässlich dieses Kommentares im Spiel liefen auf den "DAZN"-Accounts der Social Media die Kommentierungsspalten heiß und es entwickelte sich ein Kampf der "Tastatur-Rambos". Türkisch-stämmige User und angebliche Besitzer von Abos drohen mit Kündigung, wenn sich das Unternehmen nicht entschuldigt. Im Gegenzug werden sie dafür von Usern mit anderen ethnischen Hintergründen mit Memes, Photoshop-Bildern und animierten GIFs auf die Schippe genommen, was sie weiter provoziert. In den Kommentarspalten lassen sich beide Seiten zu peinlichen und beschämenden Posts hinreißen, die teilweise sogar strafrechtlich bedenklich sind. Und das alles wegen eines Kommentares bei einem Fußballspiel.

Gegenseitige Peinlich-Provokationen überlagern alles

Dieser Shitstorm fokussiert sich jedoch nicht nur auf die Kommentarsektion des eigentlichen Spieles, sondern der komplette Facebook-Auftritt von "DAZN" wird regelrecht zugespammt. Man fordert eine öffentliche Entschuldigung und / oder die Entlassung des Journalisten bei dem Streamingdienst. Zur Untermalung werden Screenshots von der Abo-Stilllegung oder gar der Kündigung gepostet.

Das sorgt auf der anderen Seite für Spott und reichlich Häme, was erneute Reaktionen triggert. Als Beobachter fragt man sich unwillkürlich, warum die Perform Gruppe oder "DAZN" dort nicht moderierend, löschend und sperrend aktiv wird. Es wäre für die "normalen User" auf den Social Media sicher wünschenswert, könnte der Anbieter sich dazu durchringen, die Kommentarspalten von den beschämenden und peinlichen Kommentaren beider Seiten zu befreien.

"DAZN" und Perform – eine Erfolgsgeschichte im Sport-Streaming

2016 ging "DAZN" an den Start und hat es – mit der mächtigen "Mutter" Perform im Hintergrund – nach ganz oben geschafft, wenn es um Sport-Streaming geht. Fußball weltweit, Tennis-Events, die NFL, Basketball und Hintergrund-Stories haben dem Streaming-Dienst ein einzigartiges Standing verschafft. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man als Nutzer von "DAZN" frei ist zu entscheiden, ob man Matches live sehen möchte oder später on demand. Und das in ganzer Länge oder als "Schnelldurchlauf" mit den Höhepunkten.

"DAZN" hat es zudem geschafft, dieses volle Sportpaket zu einem Kurs zu offerieren, der den Sportfan nicht "an den Rande des Ruins" bringt. Zudem kann der Nutzer, wenn er für einen gewissen Zeitraum nicht schauen kann oder wird, das Abo pausieren. Das zieht natürlich auch die Fans in die Social Media und die Kommentarspalten. Hier sind es Millionen, die den Accounts von "DAZN" folgen, sie geliked oder sie im Abo haben, um nichts zu verpassen.

(Hürriyet.de)

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