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Kretschmer und Lindner bringen unabhängigen Kandidaten in Thüringen ins Spiel

11.2.2020 22:01 Uhr

Immer neue Vorschläge werden angesichts der Regierungskrise in Thüringen eingebracht. FDP-Chef Christian Lindner und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) plädierten am Dienstag für einen unabhängigen Kandidaten für das höchste Regierungsamt in Thüringen.

«Das Einzige, was jetzt in dieser schwierigen Situation hilft, ist eine neutrale Persönlichkeit, die von allen getragen wird und die in einer vereinbarten Zeit von vielleicht zwölf Monaten dafür sorgt, dass in diesem Land Neuwahlen stattfinden können», sagte Kretschmer im ARD-Mittagsmagazin.

Unabhängige Persönlichkeit

Lindner schlug am Rande einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion am Dienstag den Thüringer Verfassungsgerichtspräsidenten Stefan Kaufmann als Übergangsregierungschef vor. «Gut wäre es, es gäbe eine unabhängige Persönlichkeit, die übergangsweise eine Neuwahl organisiert, zum Beispiel ein Präsident des Verfassungsgerichts. So hat man in Österreich im Zuge der Ibiza-Affäre ja auch eine Staatskrise abgewendet», sagte er.

Kretschmer kritisierte Rot-Rot-Grün in Thüringen für den Umgang mit der fehlenden Mehrheit nach der Landtagswahl. «Sie haben Ministerposten verteilt und wollten dann eine Ministerpräsidenten-Wahl durchführen. Das geht so nicht.» Seinen Thüringer Parteifreunden empfahl er, den früheren Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) nicht zu unterstützen.

Der Thüringer Union gab Kretschmer indes eine Mitschuld an der jetzigen Lage: «Die CDU hat durch falsches Verhalten mit der FDP da aus meiner Sicht auch eine schwierige Situation miterzeugt, die muss jetzt geklärt werden.»

(an/dpa)

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