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Kreml warnt vor militärischem Eingreifen in Venezuela

27.2.2019 15:02 Uhr

Vor einer militärischen Intervention in der Krise in Venezuela hat nun Moskau eindringlich gewarnt. Es gebe Versuche von US-Seite, einen künstlichen Vorwand für ein solches Einschreiten zu schaffen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge bei einem Ministertreffen in China.

Wer offen sage, dass die Tage von Präsident Nicolás Maduro gezählt seien, zeige, dass Kuba und Nicaragua schon die nächsten Länder sein würden.

Die Probleme des souveränen Staates könnten nur auf Grundlage der von den Vereinten Nationen festgelegten Prinzipien gelöst werden, sagte Lawrow. Kein anderes Land in Lateinamerika unterstütze zudem die Möglichkeit einer militärischen Einmischung.

Moskau nennt Hilfslieferungen "Zwangsernährung"

Die USA wollen die Lieferung von Hilfsgütern nach Venezuela mit Hilfe einer Resolution im UN-Sicherheitsrat durchsetzen - womöglich noch in dieser Woche. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja bezeichnete die Lieferung von Hilfsgütern in das südamerikanische Land als "Zwangsernährung", da Maduro diese nicht genehmigt habe. Das ölreiche, von den USA mit Sanktionen belegte Land steckt in einer schweren Versorgungskrise. Mehr als drei Millionen Menschen sind bisher geflüchtet.

Der umstrittene Präsident und sein Herausforderer, der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó, tragen ihren Machtkampf unter anderem über die Hilfsgüter aus. Maduro sieht darin einen Vorwand für die USA, in Venezuela einzumarschieren und ihn zu stürzen.

(an/dpa)