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Krebsforschung: Tierschützer fordern harte Strafe gegen Ärztin

28.1.2019 9:46 Uhr

In Heidelberg hat eine Diskussion um Tierversuche seinen Lauf genommen. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zeigten Tierschützer eine Ärztin am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) an. Der Tierversuch, an dem die verantwortliche Ärztin arbeitete, diente zur Untersuchung einer Vierentherapie gegen Krebs.

Ein umstrittener Tierversuch am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) hat eine erneute Diskussion um den Sinn solcher Experimente ausgelöst. Tierschützer zeigten die verantwortliche Ärztin bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an.

Qualvolle Mäuse-Experimente

Bei dem Versuch wurde die Wirksamkeit einer Virentherapie zur Behandlung des Ewing-Sarkoms untersucht, einer bösartigen Krebserkrankung, die gehäuft bei Kindern auftritt. Die Studie dazu wurde bereits im vergangenen Sommer veröffentlicht. Nach Ansicht des Vereins Ärzte gegen Tierversuche wurde das Experiment, bei dem Mäuse an Tumoren qualvoll eingegangen seien, ohne Antrag auf Genehmigung durchgeführt.

Kein Tier sei gestorben

Das DKFZ räumt einige Unsauberheiten ein. So hätten die Forscher den vorgeschriebenen Versuchszeitrahmen von fünf Jahren um sechs Wochen überzogen. An Tumoren sei aber kein einziges Tier gestorben, zudem sei selbstverständlich ein Antrag gestellt worden. Die Genehmigungsbehörde, das Regierungspräsidium Karlsruhe, prüft allerdings, ob mit den Versäumnissen der Forscher die Genehmigung verwirkt ist.

Straftat oder Ordnungswidrigkeit?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt, ob es sich bei den Versäumnissen um eine Straftat oder um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Corina Gericke vom Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert ein Umsteigen auf tierversuchsfreie Forschung, etwa mit Hilfe von Multiorganchips. Andreas Trumpp, der das Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie und Experimentelle Medizin (HI-STEM) am DKFZ leitet, betont hingegen die Notwendigkeit solcher Versuche. Sie seien unverzichtbar und wer anderes behaupte, verhöhne Millionen von Patienten, denen an Tieren erprobte Medikamente geholfen hätten.

(gi/dpa)