Symbolbild: imago/Seeliger

Kranke und behinderte Tochter gestorben - Eltern vor Gericht

26.2.2019 13:39 Uhr

Ein Elternpaar aus Mittelhessen soll seiner 21-jährigen behinderten, kranken Tochter lebensrettende Hilfe vorenthalten haben. Nun stehen sie wegen Totschlags durch Unterlassen vor dem Landgericht Limburg.

Die Anklage wirft den beiden 57-Jährigen aus dem Lahn-Dill-Kreis vor, dieTochter ihrem Schicksal überlassen zu haben, obwohl sie von ihrem kritischen Gesundheitszustand gewusst haben sollen. Die junge Frau starb im Oktober 2016. Angeklagt wegen unterlassener Hilfeleistung ist zudem eine weitere Tochter des Ehepaares. Zu Beginn des Prozesses am Dienstag kündigte die Verteidigung Aussagen für den nächsten Verhandlungstag an und auch, dass den Vorwürfen "entgegengetreten" werde.

Tod hätte vermieden werden können

Laut Anklageschrift kam die Tochter mit einer Behinderung auf die Welt und litt an verschiedenen Krankheiten. Diese hätten eine spezielle Ernährung erforderlich gemacht, was nicht eingehalten worden sei. Etwa zwei Tage vor ihrem Tod habe sich der Gesundheitszustand der jungen Frau deutlich und erkennbar verschlechtert, doch die Angeklagten hätten keinen Notarzt gerufen.

Die 21-Jährige starb demnach in den Armen ihrer Schwester an inneren Blutungen. Der Tod hätte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft vermieden werden können, wenn die Frau in medizinische Behandlung gekommen wäre.

(gi/dpa)