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Kopftuchverbot an Schulen soll geprüft werden

17.5.2019 14:03 Uhr

Nachdem in Österreich Kopftücher für Kinder an Grundschulen verboten wurden, fordert die Integrationsbeauftragte der Regierung, Annette Widmann-Mauz, auch eine Prüfung in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Verbots in Deutschlands ist allerdings gering, da dies wahrscheinlich gegen das Grundgesetz und das Recht auf freie Religionsausübung verstoßen würde.

"Dass kleine Mädchen Kopftuch tragen, ist absurd - das sehen auch die meisten Muslime so. Alle Maßnahmen, die Mädchen davor schützen - vom Elterngespräch bis zum Verbot - sollten geprüft und angegangen werden", sagte die CDU-Politikerin der "Bild"-Zeitung am Freitag.

Österreich macht es vor

Das Parlament in Österreich hatte am Mittwoch ein Verbot von Kopftüchern an Grundschulen beschlossen. In Deutschland wäre ein solches Verbot nach Ansicht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages wohl grundgesetzwidrig.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, vermutet, dass von den Eltern schon auf kleine Kinder Druck ausgeübt werde, das Kopftuch zu tragen. "Kopftücher in der Schule sind integrationsfeindlich, weil sie bereits in Kindergärten und Grundschulen zur äußerlichen Abgrenzung beitragen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Er würde laut dem Bericht deshalb ein Verbot in Kindergärten und Grundschulen begrüßen.

Kritik aus der CDU/CSU

Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sieht ein Kopftuchverbot hingegen kritisch. "Das pauschale Verbot eines Kopftuches - wie in Österreich - benachteiligt auch die Mädchen, die sich freiwillig für das Tragen eines Kopftuches als Zeichen ihrer Religion entschieden haben", sagte er der "Bild-Zeitung". Er verwies auf "das im Grundgesetz verankerte Recht, seine Religion frei ausüben zu können".

(be/dpa)