Merkel,Weber,Kramp-Karrenbauer,Daul,EU-Kommission

Konservative Spitzenpolitiker beraten über Webers Zukunft

25.6.2019 14:59 Uhr

Im kleinen Kreis will Kanzlerin Angela Merkel ihren Kurs vor dem entscheidenden EU-Sondergipfel zur Besetzung der europäischen Spitzenposten abstecken. Merkel werde am Abend mit dem EVP-Spitzenkandidaten bei der Europawahl, Manfred Weber (CSU), CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie dem EVP-Präsidenten Joseph Daul im Kanzleramt zu Beratungen zusammenkommen, wurde der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigt. Weber kämpft weiterhin um das Amt des Kommissionspräsidenten - seine Chancen werden aber auch CDU-intern teils als aussichtslos bewertet.

Die Bundesregierung wollte das Treffen am Mittwochabend nicht bestätigen. "Wir bitten um Verständnis, dass wir zu internen Gesprächsterminen der Bundeskanzlerin grundsätzlich keine Auskunft geben", teilte ein Regierungssprecher auf Anfrage mit.

Unklar, wie ein Kompromiss zustande kommen soll

Nach dem strikten Nein des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu Weber und dem Spitzenkandidatenprinzip ist unklar, wie ein Kompromiss in der verfahrenen Debatte über den künftigen Kommissionspräsidenten aussehen könnte. Es wird für wahrscheinlich gehalten, dass Merkel auch am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka Gespräche darüber führen wird, wie es eine Lösung geben könnte. Merkel reist an diesem Donnerstag nach Japan, am Samstagabend will sie zurückkehren. Der Sondergipfel in Brüssel beginnt am Sonntagabend.

In der vergangenen Woche hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs nicht auf einen neuen EU-Kommissionschef und die Besetzung vierer weiterer Spitzenämter einigen können. Weber erhebt Anspruch auf die Kommissionsspitze, weil seine Europäische Volkspartei bei der Europawahl wieder stärkste Fraktion wurde. Daneben bewerben sich der Sozialdemokrat Frans Timmermans und die Liberale Margrethe Vestager. Doch keiner von ihnen fand beim Gipfel eine Mehrheit.

(an/dpa)

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