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Kongo: Neuer Präsident erleidet Schwächeanfall

24.1.2019 20:15 Uhr

Beim ersten friedlichen Machtwechsel im Kongo seit Jahrzehnten ist es zu einem Zwischenfall gekommen: Doch unmittelbar nach der Vereidigung musste Präsident Félix Tshisekedi seine Antrittsrede aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen. Er habe einen kleinen Schwächeanfall gehabt, sagte der 55-Jährige, als er zur Fortsetzung der Zeremonie zurückkehrte.

"Unser Kongo wir kein Kongo des Hasses und des Stammesdenkens sein», versprach Tshisekedi. «Unser Kampf wird für das Wohl aller Bürger dieses Landes sein."

Tshisekedis Weg zur Macht in dem zentralafrikanischen Land war allerdings von glaubhaften Vorwürfen des Wahlbetrugs überschattet. Wahlbeobachter der katholischen Kirche und interne Dokumente der Wahlkommission sahen den Oppositionskandidaten Martin Fayulu als Gewinner der Abstimmung vom 30. Dezember. Der scheidende Präsident Joseph Kabila durfte sich nicht um eine weitere Amtszeit bewerben.

Friedlicher Machtwechsel ist Erfolg für Kongo

Das Verfassungsgericht hatte die Beschwerden gegen das Ergebnis der Wahl am Sonntag zurückgewiesen. Daraufhin gratulierten auch afrikanische Staaten, die EU und die USA Tshisekedi zum Wahlsieg. Er war zuvor vor allem als Sohn eines langjährigen Oppositionsführers bekannt, der 2017 gestorben war. Auf Tshisekedi wartet nun viel Arbeit: Trotz reicher Vorkommen von Mineralien wie Kobalt, Kupfer und Gold gehört der Kongo zu den ärmsten Ländern der Welt. Schuld daran sind auch viele von der Gier nach Rohstoffen befeuerte Konflikte.

Der friedliche - wenn auch nicht unumstrittene - Machtwechsel ist für den Kongo ein Erfolg. Nach der Unabhängigkeit von Belgien 1960 hatte bald Diktator Mobuto Sese Seko die Macht ergriffen. Er wurde von Rebellenführer Laurent-Désiré Kabila gestürzt, der sich 1997 selbst zum Präsidenten erklärte. 2001 wurde er von einem Bodyguard erschossen. Sein damals 29 Jahre alter Sohn Joseph erbte die Macht.

(an/dpa)