DHA

Konflikte zwischen Polizei und Flüchtlingen an türkisch-griechischer Grenze

29.2.2020 10:08 Uhr

Ein türkischer Beamter hatte erklärt, die Grenzen zur EU seien von der Türkei geöffnet worden, es würde niemand an der Ausreise nach Bulgarien oder Griechenland gehindert. In der Folge machten sich Tausende – teils mit organisierten Bussen, die in neutralem Weiß und unbeschriftet gehalten waren oder mit Taxis – auf den Weg zu den Außengrenzen. Es hieß, die Grenzöffnung sei eine Folge der Eskalation im Konflikt mit Syrien, in dessen Folge bei einem Luftschlag mehr als 30 türkische Soldaten ihr Leben verloren hatten. Jetzt, wo sich immer mehr Personen im Niemandsland zwischen der Türkei und Griechenland sammeln, kommt es vermehrt zu Spannungen zwischen den griechischen Grenzschützern und Refugees, die gewaltsam den Grenzübertritt versuchen wollen.

Die Flüchtlingsbewegungen halten auch am Samstag unvermindert an, obwohl Griechenland und Bulgarien deutlich machten, die Grenzen seien geschlossen. Griechenland hatte sogar Grenzübergänge zur Türkei für den kompletten Publikumsverkehr geschlossen. Die Migranten, die sich in Edirne sammeln, denn dort gibt es Grenzbereiche zu Bulgarien und Griechenland, kommen aus vielen Provinzen der Türkei – vor allen Dingen aber aus dem rund 200 Kilometer entfernten Istanbul. Die größte Menge sammelt sich vor dem Grenzübergang Pazarkule.

Anreise zur Grenze in Bussen oder im Taxi

Die große Gruppe, darunter vorwiegend Männer sowie einige wenige Frauen und Kinder, verbrachte die Nacht dort und versuchte sich durch Feuerstellen zu wärmen. Wie Dorfbewohner beobachtet haben wollen, sollen circa 500 Flüchtlinge mit dem Taxi angereist sein. Die Fahrt von Istanbul nach Edirne soll mit 250 Euro pro Kopf berechnet worden sein. Da Griechenland unmissverständlich deutlich machte, die Grenze bliebe zu, bauten sich schon in der Nacht Spannungen auf, die sich am Samstagmorgen fortsetzten.

Griechische Soldaten, die von Athen aus zur Unterstützung der Grenzschützer herbeigeordert wurden, setzen dabei auch gelegentlich Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Die griechische Polizei reagierte damit auch auf Steinwürfe, mit denen die Refugees ihrer Forderung in die EU gelassen zu werden gewaltsam Nachdruck verleihen wollten. Je länger die Flüchtlinge an der Grenze festsitzen, desto mehr schaukelt sich die Spannung hoch.


Die türkischen Nachbarländer Griechenland und Bulgarien, beides Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sicherten den EU-Partnern und Brüssel zu, die Flüchtlinge nicht auf EU-Gebiet ziehen zu lassen. Nach den Mitteilungen aus Ankara, man würde die Grenzen öffnen, verstärkten beide Länder ihre Grenzposten nachhaltig. Inzwischen konnten nach Berichten trotzdem einige der Migranten den Fluss Meriç überqueren und nach Griechenland gelangen.


(Hürriyet.de)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.