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Kommen die Gelbwesten nun auch nach Istanbul?

22.12.2018 22:09 Uhr

Die Protestinhalte in Istanbul und Paris ähneln sich. Nur waren die Westen in der Türkei eher rot als gelb. Treibstoffpreise, Lebenshaltungskosten und Co standen auf der Tagesordnung der Demonstranten.

In Istanbul haben am Samstag tausende Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Inflationsrate der Türkei demonstriert. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, hielten die Demonstranten Transparente mit Anspielungen auf die Bewegung der "Gelben Westen" in Frankreich in die Höhe, die sich als Protest gegen hohe Treibstoffpreise formiert hatte. Sie riefen "Arbeit, Brot, Freiheit".

Die Demonstration wurde wie in Frankreich auch von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte der Gewerkschaftsbund KESK, in der Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst zusammengeschlossen sind. Es reisten Demonstranten aus der ganzen Türkei an - so etwa aus den nordwestlichen Provinzen Edirne, Bursa und Yalova. Auf einigen Plakaten der Demonstranten stand "Juni" - in Anlehnung an die Proteste aus dem Jahr 2013.

<font>Aysun Gezen, Vorsitzende der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes,</font><font> sagte, dass die Löhne angehoben werden müssten, da die Preise für Grundnahrungsmittel, Strom, Wasser, Öl und öffentliche Verkehrsmittel in den letzten Monaten um fast 50 Prozent gestiegen seien. "</font><font>Dier Verfall der Löhne sollte ausgeglichen werden. Der Mindestlohn sollte auf 2.800 türkische Lira erhöht und von Steuern befreit werden", sprach sie vor rund 8.000 Menschen.</font>

<font>Ranghohe Vertreter der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) und der Demokratische Partei der Völker (HDP) schlossen sich ebenfalls der Masse an. </font><font>Die Verhandlungen über den Mindestlohn von 2019 zwischen den Gewerkschaften und der Regierung werden voraussichtlich im Januar 2019 abgeschlossen sein.</font>

Bereits vor knapp einer Woche hatte in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir eine KESK-Demonstration gegen die hohen Lebenshaltungskosten mit mehreren tausend Teilnehmern stattgefunden. Durch eine im August begonnene Währungskrise war die türkische Wirtschaft temporär in schwieriges Fahrwasser geraten. Daraus resultierte, dass die Inflation im Oktober 25,24 Prozent erreichte. Im November besserte sich der Wert durch Maßnahmen der Regierung auf 21,62 Prozent, Güter für den alltäglichen Gebrauch sind nach Meinung der Demonstranten aber weiterhin zu teuer.

(AFP/Hürriyet Daily News)