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Kolumbien will Auslieferung von ELN-Führer von Kuba

21.1.2019 21:18 Uhr

Vor einigen Tagen kamen bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie 21 Menschen ums Leben. Nun hat Kolumbien die Auslieferung des Chefs der Guerillaorganisation ELN von Kuba gefordert.

Es sei ein formeller Antrag auf Festnahme und Auslieferung gestellt worden, sagte der kolumbianische Außenminister Carlos Holmes Trujillo am Montag. Die ELN-Kommandeure halten sich immer wieder in Kuba auf, da dort die mittlerweile gestoppten Friedensverhandlungen mit der kolumbianischen Regierung stattfanden.

Polizeischule kämpfte gegen Aufständische

In der vergangenen Woche waren bei einem Anschlag auf eine Polizeischule in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá 21 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Ein langjähriges ELN-Mitglied hatte ein mit Sprengstoff beladenes Auto auf das Gelände der Polizeiakademie General Santander gefahren und zur Detonation gebracht. Die Rebellen rechtfertigten die Tat: Die Polizeischule und deren Kadetten beteiligten sich aktiv am Kampf gegen Aufständische und seien damit zulässige militärische Ziele.

Die kubanische Regierung teilte unterdessen mit, sie dulde keine terroristischen Aktivitäten. "Kuba hat noch nie und wird nie erlauben, dass sein Territorium für die Vorbereitung von Terrorakten gegen andere Staaten genutzt wird", schrieb Außenminister Bruno Rodríguez auf Twitter.

Aurelanio Carbone, einer der Führer der ELN, in Kuba. Anm. d. Red.

(an/dpa)