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Koloniales Unrecht darf nicht in Vergessenheit geraten

14.3.2019 0:08 Uhr

Auf Eckpunkte für eine gemeinsame Position im Umgang mit Kolonialobjekten haben sich die Kulturminister von Bund und Ländern geeinigt. "Wir stellen uns der historischen Verantwortung im Zusammenhang mit dem deutschen Kolonialismus und der Verantwortung, die sich aus von kolonialem Denken geprägten Handlungen ergeben hat", heißt es in der Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag.

"Das während der Zeit des Kolonialismus geschehene Unrecht und seine zum Teil bis heute nachwirkenden Folgen dürfen nicht vergessen werden."

Um die gemeinsame Erklärung war lange gerungen worden. Einige Länder haben nach dpa-Informationen noch weiter gehende Positionen festgehalten.

Enger Austausch mit den Herkunftsländern geplant

Die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte gehöre zum demokratischen Grundkonsens, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. "Wir wollen in engem Austausch mit den Herkunftsstaaten und den betroffenen Herkunftsgesellschaften verantwortungsvoll mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten umgehen", versprechen die Kulturminister. "Eine wichtige Rolle nehmen dabei all jene Einrichtungen ein, die Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten bewahren."

Der Vorsitzender der Kulturministerkonferenz, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD), sieht das Gremium einen wichtigen Schritt weitergekommen und spricht vom Beginn eines Prozesses zur Erarbeitung eines postkolonialen Erinnerungskonzeptes. "Was einst unter Gewalt und Zwang angeeignet wurde, kann heute nicht guten Gewissens als rechtmäßig erworben angesehen werden."

(an/dpa)