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Koca wehrt sich gegen Artikel in der "New York Times"

23.4.2020 17:42 Uhr

Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca hat sich gegen einen Artikel der "New York Times" gewehrt, in dem kolportiert wird, die Türkei würde Todesfälle in Istanbul durch das Coronavirus verschweigen und Daten fälschen. Die NYT bezieht sich dabei laut eigener Aussage auf statistische Erhebungen der letzten Jahre und will herausgefunden haben, dass die Zahl der Sterbefälle in der Megametropole am Bosporus signifikant angestiegen sei, seit Covid-19 auch in der Türkei wütet.

Der Bericht sei eine "Fiktion, die ausschließlich auf eine antitürkische Vereingenommenheit beruht", erklärte Coca auf einer Presskonferenz. "Wir haben der Weltgesundheitsorganisation alle Daten transparent mitgeteilt, so wie die WHO es wünscht", betonte der Minister.

Koca: Alle Verstorbenen nur in Istanbul beerdigt

In der "New York Times" wurde die Aussage getroffen, dass die Istanbuler Gesundheitsbehörde in ihrer Statistik vom 9. März bis zum 12. April 2100 mehr Verstorbene erfasst habe, als es in den vergangenen zwei Jahren in diesem Zeitraum im Durchschnitt waren. Die NYT spricht davon, dass anhand der statistischen Erhebungen der letzten Jahre deutlich würde, dass sich die Zahl in besagtem Zeitfenster gegenüber dem Schnitt um 2100 erhöht habe. Daraus schloss die New York Times, dass die Zahlen runtergerechnet worden wären. Ferner wies das Blatt darauf hin, dass die Todesfälle schon vor dem ersten offiziell bestätigten Fall nach oben gegangen seien. Gerade die ersten beiden Aprilwochen seien auffällig, so die NYT, denn hier läge man bei den Todesfällen rund 50 Prozent über dem vorherigen Durchschnitt. Zwischen dem 9. März und 12. April seien es immerhin bereits 30 Prozent über dem Schnitt gewesen.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca reagierte auf die Anwürfe und erklärte, dass die Verstorbenen in Istanbul wegen der geltenden Corona-Vorschriften ausschließlich vor Ort bestattet worden seien. Ansonsten sei es gängige Praxis, dass die Toten in den Heimatgemeinden ihrer Vorfahren oder in ihren Geburtskommunen, so sie nicht in Istanbul geboren worden wären, beigesetzt würden. Das würde in der aktuellen Situation nicht gehen, da man Verstorbene wegen der Krise, die durch das Coronavirus ausgelöst wurde, nicht über weite Strecken transporieren wollen. Darum seien die Zahlen der Beerdigungen auf den Friedhöfe in Istanbul auch höher als normal.

(bl)

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