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Koc in Köln: “Fenerbahce droht Transfersperre”

17.3.2019 13:33 Uhr, von Anil P. Polat

Anlässlich des 22. Gründungsjahres des Fenerbahce-Vereins in Köln war Präsident Ali Koc zu Besuch in der deutschen Rhein-Metropole. Was er zu sagen hatte, dürften die Anhänger nicht sonderlich gern hören. Der Klub aus Kadiköy benötige 60 Millionen Euro, sonst drohe eine Transfersperre.

Koc begann seine Ansprache am Samstagabend vor den geladenen Gästen und weiteren Vorstandsmitgliedern mit einem Blick auf die jüngsten sportlichen Ergebnisse des Vereins: "Heute sind aus sechs verschiedenen Ländern und zwölf deutschen Städten Vertreter und Repräsentanten der diversen Fenerbahce-Vereinigungen hier. Als gestern sowohl Fenerbahce mit 0:1 als auch die Basketball-Mannschaft mit 13 Punkten zurücklagen, wusste ich nicht, mit welcher Moral ich in Köln anreisen soll oder was ich erzählen kann. Aber erfreulicherweise, gewannen unsere Teams die Spiele am Ende noch. Danach siegte unser Volleyball-Team in Malatya. Ich denke, die Reise nach Köln hat uns Glück gebracht", zitierte die Nachrichtenagentur "IHA" den 51-Jährigen.

Weniger glücklich sei der Klubchef allerdings, was die finanzielle Situation des Vereins betrifft: "Wir werden in Kürze eine breitangelegte Kampagne starten, um Geld zu sammeln. Der Grund für die Kampagne ist Folgender: Als wir den Klub übernahmen, standen wir vor einem Schuldenberg von 600 Millionen Euro. Die Einnahmen für die kommenden zwei, drei Jahre waren bereits verpfändet. Die eigentlich auf zehn Jahre verteilten Sponsor-Einnahmen vom Verkauf der Namensrechte für unser Stadion, wurden schon im ersten Jahr komplett ausgegeben. Wir hatten gerade einmal die Mittel, um die Gehälter und Verbindlichkeiten für die kommenden vier Monate zu zahlen. Aber jeder sollte wissen, das Fenerbahce vor enormen Verbindlichkeiten und Zinsschulden steht."

DHA - Auch Ex-Trainer Christoph Daum war unter den Gästen in Köln

Financial Fairplay fesselt Fenerbahce die Hände

Die angespannte wirtschaftliche Lage spitze sich zu, betonte Koc: "Wir haben mit der UEFA eine dreijährige Vereinbarung getroffen. Wir dürfen in diesem drei Jahre umspannenden Zeitraum am Ende der Gewinn- und Verlustrechnung in der Bilanz ein Minus von 30 Millionen Euro aufweisen. Allerdings liegen wir Stand heute bereits bei einem Minus von 90 Millionen Euro. Wir müssen folglich bis Mai einen Gewinn von 60 Millionen Euro generieren, was schlicht nicht möglich ist. Mit anderen Worten, wir sehen uns einer Strafe durch die UEFA gegenüber. Einen Teil können wir mit dem von uns in den Verein investierten Kapital und dem Kapital der 18.000 Aktienhalter decken. Die UEFA lässt dies zu. Mit der Teilnahme unserer Anhänger an der Kampagne haben wir die Chance, die Auflagen der UEFA zu erfüllen."

Sollten die Kriterien doch noch eingehalten werden, so würde dies Fenerbahce mehr Optionen einräumen. Anderenfalls hätte dies schwerwiegende Folgen für den Klub: "Wenn wir die Auflagen noch einhalten, dann können wir in der kommenden Saison einen stärkeren Kader zusammenstellen, der um die Meisterschaft spielen kann. Sollten wir die Financial Fairplay-Hürde nicht nehmen, so können wir nur nach Verkäufen von Spielern neue Akteure verpflichten. Im schlimmsten Fall droht uns eine Transfersperre."

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