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Koalitionsstreit um Mindestvergütung für Auszubildende

25.1.2019 16:30 Uhr

Das Thema Mindestvergütung für Auszubildende entzweit die Koalition. Die SPD-Fraktions- und Parteichefin Andrea Nahles lehnte das Konzept von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hierfür ab.

"Ministerin Karliczek sollte ihren Worten Taten folgen lassen und ein Gesetz vorlegen, das die Berufsausbildung tatsächlich stärkt und eine echte Mindestausbildungsvergütung vorsieht", sagte Nahles am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Das, was Frau Karliczek jetzt vorgelegt hat, ist schlicht unzureichend."

Nach einem Gesetzentwurf Karliczeks soll eine Mindestvergütung für Auszubildende festgeschrieben werden. Im ersten Lehrjahr sollen die Azubis mindestens 504 Euro erhalten.

SPD besteht auf Mindestausbildungsvergütung

"Wir brauchen eine Mindestausbildungsvergütung, weil es zu viele junge Auszubildende gibt, die schlecht bezahlt werden", sagte Nahles.

"Deshalb hat die SPD auf eine Mindestausbildungsvergütung bestanden."

Karliczeks Vorschlag stehe der dualen Ausbildung und der Sozialpartnerschaft entgegen. "Denn wer die Berufsausbildung stärken will, darf die Auszubildenden nicht vor den Kopf stoßen und schlechter behandeln als Schüler", sagte Nahles. "Es läuft fehl, am Schüler-BAföG anzuknüpfen, weil ein Azubi auch Sozialabgaben zahlen muss und damit über 100 Euro weniger in der Tasche hätte als ein Schüler." Die Mindestvergütung könne Tarifverträge nicht völlig außen vor lassen.

"Mehr Geld in der Tasche"

"Deshalb ist es sachlich richtig, bei der Mindestausbildungsvergütung klar an der Tarifentwicklung anzuknüpfen und damit daran, was Betriebe ihren Auszubildenden tatsächlich zahlen", forderte Nahles.

"Nur so wird die Mindestvergütung dazu führen, dass die Azubis auch tatsächlich mehr Geld in der Tasche haben."

(an/dpa)

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