epa/Atef Safadi

Knappes Rennen auf der Zielgeraden

16.9.2019 11:58 Uhr

Am Dienstag wählt Israel ein neues Parlament - nicht zum ersten Mal in diesem Jahr. Nach der Abstimmung im April war es dem rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu trotz einer Mehrheit des rechts-religiösen Lagers nicht gelungen, erneut eine Regierung zu bilden.

Nach Umfragen ist auch diesmal ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Netanjahus Likud-Partei und dem oppositionellen Bündnis der Mitte von Ex-Militärchef Benny Gantz zu erwarten. Netanjahus Rivale Avigdor Lieberman von Israel Beitenu (Unser Haus Israel) gilt als Königsmacher. Mit Wahlergebnissen wird bis Mittwochmorgen gerechnet.

Lieberman verweigert Netanjahu die Unterstützung

Nach der letzten Wahl hatte Ex-Verteidigungsminister Lieberman Netanjahu seine Unterstützung verweigert. Er macht sich stark für eine große Koalition von Likud und Gantz' Blau-Weiß. Gantz ist dazu aber nur bereit, wenn Netanjahu nicht wieder Regierungschef wird. Als Grund nennt er die Korruptionsvorwürfe gegen den 69-Jährigen, der seit 2009 durchgängig Ministerpräsident ist.

Knapp 6,4 Millionen der insgesamt neun Millionen Staatsbürger Israels sind bei der Wahl der 22. Knesset stimmberechtigt. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind Araber. Die Wähler können ihre Stimme für eine von 30 Listen abgeben. Nur ein Drittel davon kann allerdings damit rechnen, die Sperrklausel von 3,25 Prozent zu überwinden.

Wie schon vor der Wahl im April ist Netanjahu in den vergangenen Wochen deutlich nach rechts gerückt, um sich zusätzliche Wählerstimmen zu sichern. Er kündigte etwa die Annektierung großer Teile des Westjordanlands an, sollte er erneut siegen.

(an/dpa)

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