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Klimakonferenz: Negativpreis "Fossil des Tages" für Deutschland

7.12.2018 20:32 Uhr

Ein Verfehlen der Klimaziele, verzögerter Kohleausstieg und die Weigerung, ehrgeizigere Klimaziele mitzutragen - dies verschaffte Deutschland am Rande der Klimakonferenz in Kattowitz den Negativpreis "Fossil des Tages" von der internationalen Klimabewegung Climate Action Network.

Das Netzwerk begründete dies mit dem Verfehlen der deutschen Klimaziele, dem verzögerten Kohleausstieg und der Weigerung, ehrgeizigere Klimaziele bis 2030 mitzutragen. "Wenn Deutschland als größte europäische Volkswirtschaft nicht handelt, steht die Gesamtheit der EU-Ziele auf dem Spiel", erklärte das Netzwerk auf seiner Website. "Die Bundesregierung hat die Hausaufgaben nicht gemacht und dafür nun die denkbar schlechteste Note bekommen", kommentierte die Expertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für internationale Klimapolitik, Ann-Kathrin Schneider.

Kein Zeitplan für den Kohleausstieg

Die Bundesregierung hat bereits eingeräumt, ihre bis 2020 gesetzten Klimaziele nicht einzuhalten. Für Kritik sorgt zudem, dass die große Koalition noch keinen Zeitplan für den Ausstieg aus der Kohleverstromung vorgelegt hat. Sie sorgt sich um den Wegfall von Arbeitsplätzen. Das Hinauszögern der Abschaltung von Kohlekraftwerken verärgere die Klimaaktivisten in Kattowitz immer mehr, erklärte BUND-Expertin Schneider. "Deutschland steht in der Schmuddelecke." Um die Klimakrise zu bewältigen, müsse Deutschland "schnell die dreckigsten und ältesten Kohlekraftwerke abschalten und bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen". Auch die Klima-Allianz, ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen, erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, Deutschland werde ohne einen schnellen Kohleausstieg seine Ziele nicht erreichen können.

Das "Fossil des Tages" wird während der Klimakonferenz täglich an ein Land vergeben, das sich durch schlechten Klimaschutz oder destruktives Verhalten während der Verhandlungen ausgezeichnet hat. Am Donnerstag war die von Saudi-Arabien und Kuwait angeführte arabische Verhandlungsgruppe ausgewählt worden, davor Brasilien und Polen.

(be/afp)