DHA

Klimaexperte: Türkei mitten im Klimawandel

10.10.2020 9:01 Uhr

Der Klimawandel und die globale Erwärmung können zu verschärften Problemen in der Türkei führen. Die Schwierigkeit sei, dass das Zentrum des Wandels sich in der Mitte der Türkei befände, was in der zu erheblichen finanziellen Verlusten führen könne, sagte Murat Türkes, ein prominenter Klimaexperte von der Bogazici Universität.

"Die Winter in der Türkei sind seit einiger Zeit tropische Winter. Wir erleben die Auswirkungen des globalen Klimawandels. Wir sind mittendrin", sagte Murat Türkes. In Bezug auf die Übertemperatur-, Dürre- und Überschwemmungsfälle, mit denen die Türkei in letzter Zeit konfrontiert war, warnte Türkes, dass das Land in der kommenden Zukunft enorme finanzielle Verluste erleiden könnte.

Türkes: "Dichte Bebauung und Asphaltierung Hauptursachen"

"Wir haben die Statistiken vorliegen. Der Klimawandel und die globale Erwärmung haben uns getroffen. Wir stehen vor einem Verlust von Millionen von Euro. Es drohen sogar neue große Schäden", teilte Türkes am 9. Oktober 2020 der Tageszeitung Hürriyet mit. Laut dem Klimaexperten leidet die Türkei seit den 1970er Jahren unter der globalen Erwärmung. "Der erste Schaden ereignete sich in der Landwirtschaft. Die Dorfbewohner verließen damals ihre Heimat und wanderten in die großen Städte aus, da sie aufgrund des Klimawandels ihr Land nicht effizient und ertragreich bewirtschaften konnten. Diese Situation hat sich in den 80er Jahren verschlechtert und in den 90er Jahren ihren Höhepunkt erreicht."

Türkes bezeichnete 1994 als das zentrale Jahr des Klimawandels in der Türkei. "Seit 1994 sind die durchschnittlichen, die höchsten Tagestemperaturen und sogar die höchsten Nachttemperaturen förmlich nach oben geschossen", zeigte sich der Klimaexperte besorgt. Türkes nannte beispielhaft die "tropischen Winter" und stellte fest, dass die Zahl der "Sommertage" in der Türkei zunahm. "Dicht an dicht gebaute Wohnhäuser und Asphaltstraßen sind die Hauptgründe. Sie nehmen die Tageswärme auf und geben sie nachts ab. So stiegen die Temperaturen während der Nächte. Diejenigen, die es lieben, in den großen Städten auf Balkonen zu sitzen, würden den Unterschied leicht spüren und bestätigen."

(ce)

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