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Kleinkind in Pakistan auf Anweisung eines Heilers getötet

3.12.2018 11:33 Uhr

Wegen Aberglaube soll in Ostpakistan ein eineinhalbjähriges Mädchen auf Anweisung eines Glaubensheilers getötet worden sein. Der Grund: Um die Familie von Geistern zu befreien.

Im Zuge dessen habe die Polizei sechs Personen verhaftet und Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen, sagte der Polizist Muhammad Sarfaraz von Sargodha in der Provinz Punjab am Montag. Der Wunderheiler sei auf der Flucht, sagte Sarfaraz.

Dem Vater, der Großmutter und der Tante des Kleinkindes werden demnach vorgeworfen, diesem die Kehle durchgeschnitten zu haben, nachdem der Heiler ihnen erklärt hatte, die Familie stehe wegen des Kindes unter dem Einfluss von Geistern. Laut der Zeitung "Dawn" hat die Mutter des Kindes angegeben, der Wunderheiler habe diesem bereits davor Schnittwunden zugefügt.

Aberglaube in Südasien

Aberglaube ist in Südasien weit verbreitet. Menschen in Pakistan, Indien oder Bangladesch glauben an die Anwesenheit von Dschinns (Geistern). Jährlich werden Tausende Menschen vor allem finanzielle Opfer von unseriösen Praktiken von Wunderheilern, die in der Gesellschaft oft verehrt werden.

Im vergangenen Jahr hat der Hüter eines Sufi-Schreins in Sargodha mindestens 20 Anhänger gefoltert und getötet. Berichten zufolge traf sich dieser ein- oder zweimal im Monat mit Anhängern und setzte Gewalt ein, um sie zu heilen.

(be/dpa)