Symbolbild: imago images/Steinach

Kirgisischer Anwalt ausgezeichnet

3.10.2019 13:40 Uhr

Der kirgisische Anwalt Asisbek Aschurow hat den prestigeträchtigen Nansen-Preis des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) gewonnen. Die UN-Organisation zeichne ihn aus, weil er entscheidend dazu beigetragen habe, in seinem Land die Staatenlosigkeit zu beenden, sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi am Mittwoch in Genf. Mehr als 10 000 Menschen hatten dort nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 keine Staatsangehörigkeit mehr.

Aschurow hatte als Zugezogener aus Usbekistan selbst um die kirgisische Staatsangehörigkeit kämpfen müssen. Er gründete mit anderen die Organisation Ferghana-Tal Anwälte ohne Grenzen und half Staatenlosen mit kostenloser Unterstützung. "Sie konnten nicht zur Schule gehen, nicht zum Arzt, nicht heiraten, kein Haus kaufen, kein Konto eröffnen, nicht reisen und nicht wählen", sagte Aschurow in Genf. Sie hätten illegal arbeiten müssen, um zu überleben.

Leuchtendes Beispiel

Aschurow sei ein leuchtendes Beispiel dafür, wie ein Einzelner viele inspirieren und mobilisieren könne, sagte Grandi. Die größte von Staatenlosigkeit betroffene Gruppe seien heute die Rohingya. Myanmar, wo mehr als eine Million Angehörige der muslimischen Minderheit lebten, verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft. Hunderttausende wurden 2017 gewaltsam vertrieben und harren heute in Flüchtlingslagern im Nachbarland Bangladesch aus.

Der Preis ist nach dem norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen benannt, der nach dem Ersten Weltkrieg Hochkommissar für Flüchtlingsfragen beim UN-Vorläufer Völkerbund war. Der Preis ist mit 150 000 Dollar (rund 137 000 Euro) dotiert. Preisträger können das Geld in Absprache mit dem UNHCR in ein Projekt investieren.

(an/dpa)

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