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Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz - Zahl der Opfer auf 29 gestiegen

1.2.2019 15:30 Uhr

Während der Ermittlungen zu den Kindesmissbrauchsfällen auf einem Campingplatz in Lügde konnten die Behörden weitere Betroffene identifizieren. Am Freitag wurde die Ermittlungskommission "EK Eichwald" eingerichtet. Mehr Opfer werden befürchtet

Die Zahl der bislang ermittelten Opfer sexueller Gewalt stieg von 23 auf 29, wie die Ermittler am Freitag in Bielefeld mitteilten. Den Angaben zufolge wir das Verfahren in dem Aufsehen erregenden Fall nun vom Polizeipräsidium Bielefeld geführt.Bislang liefen bei den Ermittlungen die Fäden bei der Polizei Lippe zusammen. Am Freitag wurde demnach die Ermittlungskommission (EK) "Eichwald" eingerichtet - sie ist nach dem Campingplatz in Lügde benannt, auf dem die Taten in den vergangenen zehn Jahren verübt worden sein sollen. Die neue Kommission besteht aus den bisherigen Mitgliedern der EK "Camping" in Lippe und Ermittlern der Kriminalpolizei Bielefeld.

Polizei Bielefeld übernimmt

Umfang und Bedeutung des Falls hätten dazu geführt, dass nunmehr die Bielefelder Polizei das Verfahren führe, berichteten die Staatsanwaltschaft Detmold sowie die Polizeibehörden Bielefeld und Lippe in einer gemeinsamen Mitteilung. Dies geschehe in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Detmold. Insbesondere die Bearbeitung der zahlreichen in dem Fall sichergestellten Dateien erfordere die Einbindung weiterer Fachleute anderer Polizeibehörden aus Nordrhein-Westfalen.Die Missbrauchsserie auf dem Campingplatz in Lügde war am Mittwoch bekannt geworden. Der Hauptverdächtige, ein 56 Jahre alter Stammgast auf dem Campingplatz, sowie zwei weitere Männer im Alter von 48 und 33 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Neben den Ermittlungen wegen schweren sexuellen Missbrauchs gehen Staatsanwaltschaft und Polizei in dem Fall auch dem Verdacht der Verbreitung von Kinderpornografie nach.

Auch Ämter werden überprüft

Außerdem prüfen die Ermittler das Verhalten der für die Jugendfürsorge zuständigen Ämter im niedersächsischen Kreis Hameln/Pyrmont und im Kreis Lippe. Hintergrund ist unter anderem, dass dem 56-Jährigen 2016 ein damals fünfjähriges Pflegekind anvertraut worden, an dem er sich ebenfalls vergangenen haben soll."Die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Behörden werden im Rahmen der Ermittlungskommission, auch aus Neutralitätsgründen, gesondert bearbeitet", hieß es dazu in der Mitteilung der Ermittler. Bei den Nachforschungen dürfte es auch darum gehen, ob die Polizei Lippe angemessen auf frühere Hinweise zu sexuellen Übergriffen auf das Pflegekind reagiert hat.

(be/afp)