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Kinderschutzbundpräsident: Kinderrechte müssen ins Grundgesetz aufgenommen werden

24.12.2018 8:37 Uhr

Das Kindeswohl werden bei Entscheidungen in Politik und Justiz nicht ausreichend berücksichtigt. Deshalb fordert Heinz Hilgers die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz.

Bei Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Justiz werde das Kindeswohl nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Hilgers den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Würden Kinderrechte im Grundgesetz stehen, "müssten Kinder bei sie betreffenden Angelegenheiten beteiligt, auch nach ihrem Willen gefragt werden".

Kinder sollen gehört werden

Als Beispiele nannte der Kinderschutzbund-Präsident den Bau eines Spielplatzes oder die Frage, wo Kinder leben wollen, wenn es immer wieder Schwierigkeiten Zuhause gebe - "ob nun bei der Familie, bei der Pflegefamilie oder im Heim".

Kinder bräuchten das Recht, sich äußern zu dürfen, sagte Hilgers weiter. "So sieht es die UN-Kinderrechtskonvention von 1992 vor, so steht es im aktuellen Koalitionsvertrag. Das muss jetzt auch umgesetzt werden."

Neuordnung des Steuerrechts

Der Kinderschutzbund-Präsident forderte in den Funke-Zeitungen auch eine Neuordnung des Steuerrechts für Familien. "Wir brauchen eine komplette Reform des Sozialsystems. Das Steuerrecht für Familien und Alleinerziehende muss verbessert werden." So gehe der Familienleistungsausgleich "völlig an der Realität vorbei". "Das ist alles viel zu kompliziert."

Auch die Reform des Kinderzuschlags sei ein bürokratisches Monster. Selbst die Bundesregierung gehe davon aus, "dass nur 35 Prozent der Berechtigten den Zuschlag überhaupt beantragen", sagte Hilgers. Notwendig sei auch die Einführung einer "Kindergrundsicherung".

(be/afp)

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