Jörg Krahn

Kinder am Bahnhof mit Reizgas attackiert

12.9.2019 13:50 Uhr

Ein Schulausflug in eine Jugendherberge gehört stets zu den schulischen Highlights. So sollte es wohl auch für eine Kölner Schulklasse sein, die mit dem Zug nach Bielefeld zum Hauptbahnhof fuhren. Dass bei solchen Ausflügen auch gelärmt wird, gehört zur Normalität des Aufwachsens. Doch hier fühlte sich ein betrunkener 39-Jähriger im Zug massiv belästigt und setzte Reizgas gegen die Schülerinnen und Schüler ein. Das Ende des Trips: Zehn Kinder aus Köln sowie die Lehrerin mussten notärztlich behandelt werden, acht von den Schülerinnen und Schülern landeten zur Beobachtung im Krankenhaus und zwei in einer Kinderklinik.

Gegen 12 Uhr am Mittag wurden die Polizeieinsatzkräfte in Bielefeld über eine Bedrohungs- und Angriffslage am Hauptbahnhof informiert. Beim Aussteigen aus dem Zug wurde eine Schulklasse von einem stark alkoholisierten Fahrgast – 1,5 Promille Atemalkoholwert stehen im Raum – mit Reizgas attackiert und verletzt. Die Beamten waren zeitnah vor Ort und konnten sich des Tatverdächtigen annehmen. Der räumte seine Tat auch gegenüber den Beamtinnen und Beamten ein. Er gab an, dass er sich von den Kindern im Zug gestört gefühlt habe. Eine Leitstellenabfrage zu den Personalien des 39-Jährigen ergab, dass es gegen ihn einen offenen Haftbefehl zur Ableistung einer Ersatzfreiheitsstrafe gab. Dieser wurde dann auch durch sofortige Festnahme umgesetzt und der Mann zur Weiterverbringung in die Strafhaft festgenommen.

Statt in die Jugendherberge ging es ins Krankenhaus

Beim Abführen durch die Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei soll der Tatverdächtige zusätzlich gesagt haben, dass es nicht nur die vermeintliche Ruhestörung der Schülerinnen und Schüler gewesen sein, die ihn zur Tat motiviert habe, sondern "er sei zudem auch noch Rassist". Das wertet die Polizei aber eher "alkoholbedingt", denn diese Aussage deckte sich nicht mit seinen ersten Angaben zur Motivationslage der Tat.

Während der polizeilichen Maßnahme gegen den mutmaßlichen Täter wurde insgesamt zehn Kinder im Alter von zwölf Jahren notfallärztlich behandelt. 30 Helferinnen und Helfer sowie drei Ärztinnen und Ärzte waren vor Ort im Einsatz, um die Augen der Schülerinnen und Schüler auszuspülen. Acht Kinder wurden nach der Erstmaßnahmen zur Beobachtung in ein Bielefelder Krankenhaus verbracht, zwei Schülerinnen und Schüler wegen schwerer Symptome wie massiver Atemnot zur Behandlung in eine Kinderklinik.

(Hürriyet.de)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.