epa/KCNA

Kim will südkoreanische Anlage abreißen lassen

23.10.2019 16:15 Uhr

Vor elf Jahren endete das innerkoreanische Tourprogramm für das Kumgang-Gebirge in Nordkorea. Nun will Machthaber Kim Jong Un alle südkoreanischen Anlagen in dem Gebiet abreißen lassen. Kim habe bei einer Inspektionsreise in das Erholungsgebiet an der Ostküste gefordert, dass «alle unerfreulich wirkenden Anlagen Südkoreas» beseitigt und durch moderne Einrichtungen in nordkoreanischem Stil ersetzt würden, berichteten die Staatsmedien am Mittwoch.

Zuvor solle es ein Abkommen mit der zuständigen Stelle in Südkorea geben.

Symbol der bilateralen Zusammenarbeit

Bis zu seiner Aussetzung im Jahr 2008 galt das Projekt für Reisen von Südkoreanern in das Kumgang-Gebirge als Symbol der bilateralen Zusammenarbeit. In Seoul wurde vermutet, dass Kim mit der jetzigen Ankündigung Druck ausüben wolle. Kim hatte Anfang 2019 erklärt, er sei bereit, das Tourprogramm wieder aufzunehmen. Dem standen bisher jedoch die auch von Seoul unterstützten internationalen Sanktionen gegen Pjöngjang im Weg, das Atomwaffen entwickelt.

Kim richtete im Zusammenhang mit dem Tourprojekt auch Vorwürfe gegen seinen 2011 gestorbenen Vater Kim Jong Il. Seine Vorgänger hätten sich von anderen abhängig machen wollen, als das Land nicht selbstständig gewesen sei. Zu den von südkoreanischer Seite gebauten Anlagen sagte Kim, sie wirkten «so schäbig, weil niemand sich richtig um sie gekümmert» habe.

Nachdem in dem Feriengebiet im Sommer 2008 eine südkoreanische Touristin von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen worden war, legte Südkorea das Projekt auf Eis. Die kommunistische Führung in Pjöngjang beschlagnahmte später allen südkoreanischen Besitz.

(an/dpa)

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