epa/KCNA

Kim Jong Un schwört Funktionäre ein

31.12.2019 14:38 Uhr

Kim Jong Un, der Machthaber Nordkoreas, hat führende Funktionäre der regierenden Arbeiterpartei auf eine «militante» Linie eingeschworen und sie zur Vorbereitung militärischer Maßnahmen für die nationale Sicherheit aufgerufen. In einer siebenstündigen Rede vor dem Zentralkomitee habe Kim dabei am Montag seine Ausführungen über die Arbeit des Gremiums, den Aufbau des Staats und der Streitkräfte sowie die wirtschaftliche Entwicklung fortgesetzt, berichteten die Staatsmedien am Dienstag. Kim sprach am dritten Tag einer Plenarsitzung des Zentralkomitees. Das Treffen gehe weiter.

Die ungewöhnlich lange Sitzung findet im Streit mit den USA um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm statt. Pjöngjang hatte einseitig bis zum Jahresende eine Frist für Konzessionen der USA festgesetzt. Die kommunistische Führung hatte gedroht, einen «neuen Weg» zu gehen, sollte Washington keine neuen Lösungsvorschläge für die stockenden Atomgespräche zwischen den beiden Ländern vorlegen.

Pjöngjang verlangt Ende der Sanktionen

Nordkorea fordert unter anderem eine Aufhebung internationaler Sanktionen. US-Präsident Donald Trump lehnt dies ab. Seine Bemühungen, Nordkorea zu einer atomaren Abrüstung zu bewegen, blieben trotz dreier Treffen und vieler warmer Worte erfolglos.

Kim sagte in seiner Rede, die Funktionäre sollten die Idee der Partei-Richtlinien «bedingungslos und gründlich» umsetzen. Ziel sei es, die Partei organisatorisch und ideologisch weiter zu festigen und sie zu einer «militanten Partei voller Vitalität und Elan» zu entwickeln. Ähnlich wie schon einen Tag zuvor forderte Kim demnach «positive und offensive politische, diplomatische und militärische Gegenmaßnehmen, um die Souveränität und Sicherheit des Landes sicherzustellen».

Beobachter erhoffen sich von der Sitzung sowie von der für Mittwoch erwarteten Neujahrsrede Kims mehr Klarheit über den angedrohten «neuen Weg». In Südkorea und den USA wird befürchtet, Nordkorea könnte sein Moratorium für Tests von Atombomben und Langstreckenraketen aufheben.

(an/dpa)

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