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Kim Jong Un in Hanoi eingetroffen

26.2.2019 19:49 Uhr

In der vietnamemischen Hauptstadt Hanoi ist Nordkoreas Führer, Kim Jong Un eingetroffen. Dort erwartet ihn das zweite Gipfeltreffen mit Donald Trump. Nach einer 4000 Kilometer langen Fahrt in seinem gepanzerten Sonderzug durch China überquerte Kim am Dienstag die Grenze nach Vietnam und setzte die Fahrt in einem Fahrzeugkonvoi fort. Trump soll am Abend in der vietnamesischen Hauptstadt eintreffen. Er erwartet nach eigenen Worten ein "sehr produktives" Treffen.

In Hanoi wurde Kim von einer jubelnden Menschenmenge empfangen. Es ist der erste Besuch eines nordkoreanischen Machthabers in Vietnam seit der Visite von Kims Großvater Kim Il Sung 1964. Vietnam ist wie Nordkorea ein von einer kommunistischen Partei beherrschter Einparteienstaat. In der vietnamesischen Hauptstadt besuchte Kim die nordkoreanische Botschaft, bevor er zu seinem Hotel zurückkehrte.

Kim war am Samstag in Pjöngjang zu der langen Zugreise aufgebrochen. Am stark gesicherten Bahnhof von Dong Dang an der Grenze zu China wurde der Machthaber dann mit militärischen Ehren empfangen. Kim winkte und lächelte, als er begleitet von Mitarbeitern und zahlreichen Leibwächtern den dunkelgrünen Sonderzug verließ.

Trump erwartet "sehr produktiven" Gipfel

Trump bestieg am Montag die Air Force One, um nach Vietnam zu fliegen. Kurz zuvor schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter, er erwarte einen "sehr produktiven" Gipfel. "Mit einer vollständigen Denuklearisierung wird Nordkorea schnell eine Wirtschaftsmacht", schrieb Trump. Ohne Denuklearisierung werde dagegen alles so bleiben wie bisher. Der US-Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass Kim eine "weise Entscheidung" treffen werde.

Das Treffen von Kim und Trump in Hanoi findet am Mittwoch und Donnerstag statt. Nach Angaben des Weißen Hauses wird es am Mittwoch zunächst ein gemeinsames Abendessen der beiden Staatschefs geben. Die eigentlichen Gespräche sind für Donnerstag vorgesehen.

Bei ihrem ersten Gipfeltreffen im Juni vergangenen Jahres in Singapur hatten sich die beiden Staatschefs auf eine "Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" verständigt. Nicht geklärt wurde aber, was genau darunter zu verstehen ist und wie die nukleare Abrüstung erreicht und überprüft werden soll.

Details weiterhin unklar

Die Details sind nach wie vor offen. Die USA wollen, dass Nordkorea sein Atomwaffenarsenal vollständig aufgibt. Die Führung in Pjöngjang fordert ihrerseits eine Aufhebung der wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen und einen Abzug der US-Truppen aus Südkorea.

Experten betonten, nach der eher vagen Erklärung in Singapur müsse das Gipfeltreffen in Hanoi greifbarere Ergebnisse liefern. "Das Fenster für diplomatische Fortschritte mit Nordkorea wird nicht ewig offen bleiben. Der zweite Gipfel muss Substanz vor Pomp setzen", sagte Kelsey Davenport von der Arms Control Association.

Im Vorfeld des Gipfeltreffens hatte Trump den Eindruck erweckt, die USA senkten ihre Forderungen an Nordkorea und bestünden nicht mehr auf einem Abbau des nordkoreanischen Atomarsenals, solange keine Raketen- und Atomtests mehr erfolgen: "Ich will niemanden drängeln. Ich will nur keine Tests. Solange es keine Tests gibt, sind wir zufrieden", sagte Trump.