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Kilicdaroglu: Regierungs-Unterstützung bei unbezahltem Urlaub reicht nicht aus

11.4.2020 10:11 Uhr

Der Parteivorsitzende der größten Oppositionspartei in der Türkei, Kemal Kilicdaroglu von der CHP, sagte, dass die finanzielle Unterstützung der Regierung für Arbeitnehmer, die entlassen oder in unbezahlten Urlaub geschickt wurden, zwar "wichtig" sei, aber für die Bestreitung der Lebenshaltungskosten der Bürgerinnen und Bürger der Türkei nicht ausreichen werde.

"Die Zahlungen betragen 1.170 türkische Lira (knapp 150 Euro) pro Monat. Im Topf der Arbeitslosenversicherung gibt es 131 Milliarden Lira (rund 17,85 Milliarden Euro). Wann wird dieses Geld an die Arbeiter ausgezahlt? Es wird bezahlt, wenn solche Dinge wie jetzt passieren. Sie zahlen den Arbeitern täglich 39,24 Lira (rund 5,35 Euro). Der Betrag liegt unter unserer Hungergrenze", sagte Kemal Kilicdaroglu in einem Interview. "Die Arbeiter müssen mit ihren Familien für drei Mahlzeiten pro Tag über die Runden kommen. Es gibt auch Miete, Erdgas, Strom und Wasser und andere Ausgaben. Wie werden sich die Menschen selbst ernähren können?" fragte Kemal Kilicdaroglu.

Kreditkartenzahlungen und Zinsbelastungen wurden nicht gestundet

Der CHP-Vorsitzende sagte auch, die Zahlung sei "nicht genug", damit die Bürger über die Runden kommen. "Sie müssen anfangen realistisch zu sein." Die türkische Regierung plant, Entlassungen für drei Monate zu verbieten, um diejenigen zu schützen, denen es an Arbeitsplatzsicherheit mangelt, und um die wirtschaftlichen Schäden aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus gemäß einem Gesetzesentwurf zu verringern. Die Rechnung würde für alle gelten, die zum 15. März entlassen wurden oder unbezahlten Urlaub hatten und keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung haben. Sie würden täglich 39,24 Lira (rund 5,35 Euro) von der Regierung erhalten.

"Diese Zahlung ist natürlich wichtig, aber sie wird die Arbeiter oder ihre Familien nicht glücklich machen", betonte Kilicdaroglu. Er sagte auch, dass Bürger, die sich derzeit in ihren Häusern aufhalten, möglicherweise Zahlungen für ihre Kreditkarten oder Verbraucherkredite haben, die Banken jedoch "diese Zahlungen oder die Zinsforderungen nicht gestundet haben". Wenn die Zahlungen auf der Grundlage von Kurzarbeit geleistet würden, hätten die Arbeiter mindestens 1.752 Lira (rund 238,70 Euro) erhalten, sagte Kilicdaroglu. Er betonte ebenso ausdrücklich, dass Millionen von Menschen unregistriert arbeiten oder nicht arbeiten und gar keine Zahlungen erhalten würden.

(ce)

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