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Kilicdaroglu bemängelt hohe Arbeitslosenquote

27.11.2019 14:35 Uhr

Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der türkischen Oppositionspartei CHP, kritisierte am 26. November während einer Fraktionssitzung seiner Partei erneut die Beschäftigungspolitik der Regierung aus AKP und MHP und erklärte, sie sei für die höchsten Arbeitslosenquoten in der Geschichte der Türkei verantwortlich. Auch bezüglich der Anhebung des Mindestlohnes hat der Parteichef sehr klare Vorstellungen.

"Es gibt ein Problem mit der Arbeitslosigkeit. Eine Frau weinte und sagte, sie habe Hunger. Wissen die Personen im Präsidentenkomplex davon? Wissen sie über den psychischen Kampf eines Vaters Bescheid, wenn er seinem Kind kein Taschengeld geben kann?", sagte Kilicdaroglu auf der Fraktionssitzung seiner Partei. "Er sagt, die Arbeitslosigkeit sei gestiegen, weil die Menschen mit ihren Familien arbeiten und keine Arbeit suchen. Das kann man nicht vernünftig begründen", bemängelte Kilicdaroglu.

Kilicdaroglu bezog sich auf die Ausführungen von Präsident Recep Tayyip Erdogan während der Fraktionssitzung der Regierungspartei AKP. Dabei sagte Staatspräsident Erdogan: "Früher wurde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in die Beschäftigungsstatistik nicht eingerechnet, weil sie keine Arbeit suchte oder mit ihren Familien arbeitete. Inzwischen sucht fast die gesamte Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter nach einem Arbeitsplatz. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit liegt nicht daran, dass wir keine Beschäftigung schaffen können. Die Erwerbsbeteiligung ist immens gestiegen."

Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 27,4 Prozent

"Mit welcher Logik regieren sie das Land? Sie sind für die höchsten Arbeitslosenzahlen in der Geschichte der Republik verantwortlich", sagte Kilicdaroglu. Kilicdaroglu forderte in dem Zuge auch die arbeitslose Bevölkerung der Türkei auf, nicht für die regierende AKP zu stimmen. "Im Präsidentenkomplex gibt es keine Arbeitslosigkeit. Allen geht es gut", sagte er. Der CHP-Chef stellte auch die bevorstehende erwartete Mindestlohnerhöhung in Frage. Er sagte, dass mindestens 22,5 Prozent Erhöhung wegen des Inflationsniveaus stattfinden müssten. "Die Mindestlohnempfänger sollten auch den Wohlstand genießen dürfen", fügte er hinzu.

Nach neuesten Angaben des türkischen statistischen Amtes TÜIK lag die Arbeitslosenquote im August bei 14,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg im Jahresvergleich um 2,9 Prozentpunkte. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich auf 4,65 Millionen Menschen, was gegenüber August 2018 einem Anstieg von fast einer Million arbeitslosen Menschen entspricht. Gleichzeitig stieg die Jugendarbeitslosenquote in der Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren im Jahresvergleich zwischen 2018 und 2019 um 6,6 Prozent auf 27,4 Prozent im Monat August. Nach einem Bericht der CHP suchen mehr als ein Viertel der türkischen Hochschulabsolventen eine Anstellung.

(Hürriyet.de)

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