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Kiewer Marinechef fordert Bosporus-Sperrung für russische Schiffe

29.11.2018 14:24 Uhr

Der Kommandeur der ukrainischen Marine hat nach dem Zwischenfall vor der Halbinsel Krim von der Türkei eine Sperrung des Bosporus für russische Schiffe gefordert. «In Verbindung damit und gemäß den Normen des Meerengenvertrags werden wir die Türkische Republik um die Schließung des Bosporus bitten», sagte Adimral Igor Worontschenko am Donnerstag in Kiew, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. Die Russen sollten spüren, was es heiße, gegen internationales Recht zu verstoßen, sagte er.

Der russische Grenzschutz hatte am Sonntag mit Gewalt drei ukrainische Marineboote aufgebracht, die durch die Meerenge von Kertsch in das Asowsche Meer einlaufen wollten. Russland behandelt die Meerenge zwischen seinem Festland und der 2014 annektierten Halbinsel Krim als sein Hoheitsgebiet. Eigentlich steht ukrainischen Schiffen vertraglich gleichberechtigte freie Durchfahrt zu.

Die Türkei hat die Hoheit über die Meerengen Bosporus und Dardanellen, die das Mittelmeer und das Schwarze Meer verbinden. Handelsschiffe aller Länder haben in Friedenszeiten freie Durchfahrt. Für Marineschiffe gibt es Beschränkungen, die in Kriegszeiten noch verstärkt werden. Russland befindet sich aber offiziell nicht im Krieg mit der Ukraine.

(be/dpa)