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Khashoggi-Verlobte: Premier League soll saudische Übernahme von Newcastle verhindern

29.4.2020 17:15 Uhr, von Andreas Neubrand

Die Verlobte des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi, Hatice Cengiz, hat die Premier League gebeten, die Übernahme von Newcastle United Football Club durch den saudi-arabischen Staatsfond zu verhindern.

Cengiz teilte den Brief ihres Anwalts auf Twitter und bat die Premier League-Administration alle möglichen Schritte zu unternehmen, die Übernahme zu verhindern.

Ruf der Premier League würde leiden

"Die Premier League sollte nicht zulassen, dass jemand wie Mohammed bin Salman, der sich für den Mord an meinem Verlobten noch nicht verantworten musste, in sportlichen Aktivitäten in Großbritannien engagieren kann. Darunter würde auch der Ruf der Premier League und der Großbritanniens leiden", heißt es in dem Brief. "Fußball darf nicht Teil dieser Vertuschung sein."

Auch die britische Direktorin von Amnesty International, Kate Allen, forderte letzte Woche den Geschäftsführer der Premier League, Richard Masters, auf, die Übernahme zu verhindern. In einem Brief fragte sie: "Wenn die Premier League nicht innehält und sich ernsthaft mit der Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien befasst, besteht die Gefahr, dass sie zum Sündenbock wird – dass sie von Leuten betrogen wird, die sich mit Hilfe des Sports reinwaschen wollen."

"Entsetzliche Menschenrechtsbilanz" Saudi-Arabiens

"Sportveranstaltungen lenken dabei von der entsetzlichen Menschenrechtsbilanz der Saudis ab, zum Beispiel der Inhaftierung und Folter von Menschenrechtsverteidigerinnen", fügte sie hinzu.

Der Saudi Public Investment Fund unter der Leitung von Mohammed bin Salman bot rund 300 Millionen Pfund (344,89 Millionen Euro) für den Fußballverein Newcastle. Wenn die Transaktion genehmigt wird, besitzt der Fond 80 Prozent des Clubs.

Khashoggi starb in der Türkei

Jamal Khashoggi, ein in den USA ansässiger Kolumnist für die "Washington Post", wurde vermisst, nachdem er am 2. Oktober 2018 in Istanbul das saudische Konsulat besucht hatte. Zunächst gab die saudische Regierung an, Khashoggi habe das Konsulat lebend verlassen. Später musste Riad eingestehen, dass er dort ermordet und zerstückelt wurde.

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