dpa

Khashoggi fühlte sich vor brutalem Mord von Anruf bedroht

26.11.2020 8:32 Uhr

Der vor zwei Jahren brutal ermordete saudi-arabische Journalisten Jamal Khashoggi hat sich vor seinem Tod unter anderem von einem Anruf des saudischen Vize-Geheimdienstchefs bedroht gefühlt. Das sagte Ayman Nour, damaliger Freund von Khashoggi und ägyptischer Regierungs-Kritiker, als Zeuge beim Prozess in Istanbul.

Nour erklärte, der Vize-Geheimdienstchef habe bei einem Telefonat gesagt, dass er Khashoggis Kinder kenne und genau wisse, wo sie lebten. Zudem habe es im Jahr 2016 ein Treffen zwischen Khashoggi und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gegeben. Dabei sei es zu einem Streit gekommen und bin Salman habe Khashoggi gefragt, warum er sich immer mit Ayman Nour treffen würde. Nach Khashoggis ersten Besuch im saudischen Konsulat in Istanbul wenige Tage vor seiner Ermordung hätten sich die Sorgen gelegt. Der Journalist habe gesagt, dass er vielleicht zu schlecht über die Saudis denke, so Nour.

26 saudische Staatsangehörige angeklagt

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet und zerstückelt worden. In dem Prozess in Istanbul sind insgesamt 26 saudische Staatsbürger angeklagt. Die Vorwürfe reichen von direkter Mitwirkung bis zu Anstiftung.

Die saudische Regierung stand vor zwei Jahren unter starker Kritik, weil sie den Mord erst auf internationalen Druck hin einräumte. Die Spuren führten damals bis in das engste Umfeld von bin Salman. Der Kronprinz bestritt, die Tötung selbst angeordnet zu haben.

(mb)

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