Symbolbild: epa/Yonhab

Keine Sonderbehandlung als Entwicklungsland

25.10.2019 23:37 Uhr

In Zukunft will Südkorea bei Verhandlungen der Welthandelsorganisation WTO auf die Sonderrechte für Entwicklungsländer verzichten. Die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens beansprucht für sich den Status als Entwicklungsland bei der WTO seit deren Start 1995. Die Regierung wolle «in künftigen WTO-Verhandlungen keine Sonderbehandlung als Entwicklungsland» anstreben, sagte Finanzminister Hong Nam Kim am Freitag in Seoul.

Ob Südkorea damit auch den Status als WTO-Entwicklungsland in Zukunft komplett aufgeben will, blieb offen. Das sei nicht weiter spezifiziert worden, sagte der Direktor für WTO-Angelegenheiten im Handelsministerium, Jung Kyung Rok, auf Anfrage. Er verwies dabei auf bestehende Handelsvereinbarungen mit anderen «Entwicklungsländern».

Entwicklungsländer können sich mehr Zeit nehmen

Entwicklungsländer bekommen WTO-Richtlinien zufolge unter anderem mehr Zeit, um Vereinbarungen umzusetzen. Auch dürfen sie bestimmte Subventionen beibehalten, die wohlhabenderen Ländern verwehrt sind. Hong versprach angesichts von Protesten einheimischer Landwirte, «sensitive Bereiche im Agrarbereich einschließlich der Reisproduktion» in WTO-Verhandlungen schützen zu wollen.

Die Ankündigung Hongs erfolgte nach der Forderung von US-Präsident Donald Trump im Juli nach einer raschen Reform der WTO. Trump kritisierte, dass viele Länder im Licht der aktuellen Wirtschaftsentwicklung keine Entwicklungsländer mehr seien. So fällt etwa China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiter unter den Entwicklungsland-Status der WTO.

(an/dpa)

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