Symbolbild: epa/Friedemann Vogel

Keine Partei hat Antwort auf den Klimawandel

24.6.2019 20:14 Uhr

Schneller und guter Klimaschutz - wie geht das? Aus Sicht der Bewegung Fridays for Future hat keine der im Bundestag vertretenen Parteien da ein hinreichendes Konzept. Die jungen Klimaschützer setzten sich am Montag in Berlin mit Abgeordneten von CDU, CSU, SPD, AfD, FDP, Linken und Grünen an einen Tisch, um über den Kampf gegen die Erderhitzung zu streiten.

„Wir sind hier, weil keine Ihrer Parteien ein Konzept vorgelegt hat, das das 1,5-Grad-Ziel erreichbar macht“, sagte Klimaaktivist Sebastian Grieme. Die Erhitzung auf diese Marke zu begrenzen, sei aber die „Lebensversicherung“. Mitstreiterin Svenja Kannt sagte: „Wir richten uns aktuell gegen alle Parteien.“ Politik müsse den Handlungsrahmen setzen und dürfe Verantwortung nicht abschieben.

Grünen wollen ganz schnell anfangen

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter betonte, entscheidend sei, jetzt „ganz schnell“ anzufangen - es brauche aber politische Mehrheiten. Für die Union argumentierte Andreas Lenz (CSU), Deutschland habe seinen CO2-Ausstoß seit 1990 um mehr als 30 Prozent reduziert. Die Politik müsse nachlegen, aber auch jeder einzelne habe Verantwortung. Klaus Mindrup (SPD) mahnte, im Ausland werde darauf geschaut, ob Deutschland sozialen Frieden und Klimaschutz vereine.

Lukas Köhler (FDP) sagte, wenn das Wirtschaftswachstum zurückgehe und Akzeptanz fehle, könne Deutschland sein Klimaschutz-Modell nicht exportieren. Lorenz Gösta Beutin (Linke) dagegen forderte, Politik müsse sich mit Unternehmen anlegen, die für einen Großteil der Treibhausgase verantwortlich seien: „Es wird nicht reichen, den Kapitalismus grün anzustreichen.“

Dass das Senken der CO2-Emissionen überhaupt notwendig ist, bestritt AfD-Vertreter Karsten Hilse. Die AfD bezweifelt gegen den weitestgehenden Konsens der Wissenschaft, dass Menschen über den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre steigern und damit den Klimawandel anheizen.

(an/dpa)