epa/Julien Warnand

Keine gemeinsame Pressekonferenz mit Bettel

16.9.2019 17:50 Uhr

In Luxemburg trafen sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der britische Premier Boris Johnson um erneut den Brexit zu diskutieren. Doch eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem luxemburgischen Regierungschef Xavier Bettel lehnte Johnson ab.

Bettel trat nach einem Treffen mit Johnson am Montagnachmittag alleine vor die Mikrofone, nachdem sich am Ort der Pressekonferenz eine Gruppe lautstarker Brexit-Gegner eingefunden hatte. Wegen dieser lautstarken Proteste verzichtete Boris Johnson darauf, vor die Presse zu treten. "Ich glaube, unserer Standpunkte wären da möglicherweise untergegangen", so Johnson.

Bettel äußerte sich darauf alleine an einem der beiden vorbereiteten Pulte vor der britischen, der EU- und der luxemburgischen Flagge. Er zeigte sich empört, dass sechs Wochen vor dem geplanten Brexit auf britischer Seite weiter keine Klarheit herrsche. Er forderte Johnson auf, endlich Vorschläge vorzulegen.

"Nutzen Sie Ihre Zeit weise"

"Die Uhr tickt. Nutzen Sie Ihre Zeit weise", sagte Bettel. Johnson hatte in Luxemburg zuvor EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker getroffen. Die EU-Kommission erklärte danach, die britische Seite habe bisher keine umsetzbaren Vorschläge zur Lösung der umstrittenen Nordirland-Frage unterbreitet. Aus London hieß es, beide Seiten hätten aber vereinbart, dass es bald täglich Gespräche mit der EU geben werde.

"Der Brexit ist nicht meine Entscheidung", sagte Bettel, der sich regelrecht in Rage redete und immer wieder Applaus der Brexit-Gegner bekam. "Ich bedauere ihn zutiefst." Die Briten könnten jetzt aber nicht die EU dafür verantwortlich machen, "dass sie aus dieser Situation nicht herauskommen". Später sprach Bettel von "Chaos".

Dem luxemburgischen Regierungschef zufolge lehnte Johnson erneut ein zweites Brexit-Referendum ab. Eine erneute Verschiebung des Austritts, wie sie vom britischen Parlament bei einem fehlenden Durchbruch in den Gesprächen mit der EU gefordert wird, sah wiederum Bettel skeptisch. "Das ist ein Albtraum", sagte er. "Die Menschen wollen Klarheit." Gespräche über eine Verlängerung seien "nicht im Interesse unserer Bürger.

(an/afp)

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