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Keine Fremdeinwirkung bei Tod des Weißhelm-Gründers in Istanbul

3.3.2020 23:58 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat mehr als drei Monate nach dem Tod des Gründers der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme in Istanbul die Ermittlungen eingestellt. Nach der Auswertung von Überwachungskameras, Mobiltelefonen und Zeugenaussagen habe man keinen Hinweis auf Fremdeinwirkung feststellen können, teilte die Istanbuler Staatsanwaltschaft nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag zur Begründung mit.

Der Weißhelm-Gründer James Le Mesurier war im November im Istanbuler Stadtteil Beyoglu tot aufgefunden worden. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft war er aus großer Höhe gestürzt, wie Anadolu weiter berichtete.

Gegen Le Mesuriers Ehefrau war nach dem Vorfall ermittelt und zwischenzeitlich eine Ausreisesperre verhängt worden. Auch die Ermittlungen gegen die Ehefrau wurden nach Angaben von Anadolu eingestellt.

Die Weißhelme wurden durch ihren Einsatz im syrischen Bürgerkrieg bekannt, vor allem im Osten der lange Zeit heftig umkämpften Stadt Aleppo. Sie waren nach Bombenangriffen oft unter den ersten Helfern vor Ort. In den vergangenen acht Jahren retteten sie nach US-Angaben mehr als 115 000 Menschen. 2016 wurde die Organisation mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Eine Kurz-Dokumentation über sie wurde außerdem mit einem Oscar ausgezeichnet.

(gi/dpa)

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